Schufa-Auskunft
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Die Schufa-Auskunft ist ein zentrales Instrument des deutschen Kreditwesens und beschreibt eine standardisierte Auskunft ĂŒber die BonitĂ€t einer Person oder eines Unternehmens auf Basis der bei der Schutzgemeinschaft fĂŒr allgemeine Kreditsicherung gespeicherten Daten. Sie dient Banken, Vermietern, Telekommunikationsanbietern und anderen Vertragspartnern als Entscheidungshilfe, um die ZahlungsfĂ€higkeit und ZuverlĂ€ssigkeit eines potenziellen Kunden oder Mieters einzuschĂ€tzen. Im Alltag ist die Schufa-Auskunft eng mit der Vergabe von Krediten, der Eröffnung von Girokonten, dem Abschluss von MobilfunkvertrĂ€gen oder der Anmietung von Wohnraum verbunden und hat damit erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Handlungsfreiheit.
Begriffliche Einordnung und Funktion
Unter einer Schufa-Auskunft wird im engeren Sinne ein dokumentierter Auszug aus den bei der Schufa gespeicherten Informationen verstanden, der einem bestimmten Zweck dient. Der Begriff meint somit nicht die gesamte Datenbank der Schufa, sondern den jeweils erstellten Bericht, der einem berechtigten Anfragenden oder der betroffenen Person selbst zur VerfĂŒgung gestellt wird. Die Schufa-Auskunft enthĂ€lt insbesondere Angaben zu bestehenden Kreditverpflichtungen, bereits abgewickelten Darlehen, Kontoverbindungen, LeasingvertrĂ€gen, MobilfunkvertrĂ€gen sowie zu etwaigen Zahlungsstörungen und gerichtlichen MaĂnahmen wie Mahn- und Vollstreckungsbescheiden.
Die Schufa-Auskunft erfĂŒllt dabei zwei Hauptfunktionen. Zum einen soll sie Vertragspartnern helfen, das Risiko eines Zahlungsausfalls realistisch zu bewerten und so wirtschaftliche SchĂ€den zu vermeiden. Zum anderen soll sie dazu beitragen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher vor einer Ăberverschuldung geschĂŒtzt werden, indem riskante Kreditvergaben begrenzt oder ganz unterbunden werden. Die Schufa-Auskunft ist damit ein Bindeglied zwischen individueller KreditwĂŒrdigkeit und gesamtwirtschaftlicher StabilitĂ€t.
Arten der Schufa-Auskunft
Die Schufa-Auskunft liegt nicht in einer einheitlichen Form vor, sondern wird je nach EmpfĂ€nger und Verwendungszweck unterschiedlich aufbereitet. Grundlegend lĂ€sst sich zwischen einer Selbstauskunft fĂŒr Verbraucher und einer Auskunft fĂŒr Vertragspartner unterscheiden.
Verbraucherauskunft und BonitÀtsauskunft
FĂŒr Privatpersonen sind zwei Varianten von besonderer Bedeutung.
- Schufa-Selbstauskunft: Diese Form der Schufa-Auskunft richtet sich ausschlieĂlich an die betroffene Person selbst. Sie enthĂ€lt eine detaillierte Ăbersicht ĂŒber alle zu ihr gespeicherten Daten, also sowohl positive als auch negative EintrĂ€ge, sowie Informationen zu Scorewerten. Die Selbstauskunft dient der Transparenz und ermöglicht es, die Richtigkeit der Daten zu ĂŒberprĂŒfen und gegebenenfalls Berichtigungen zu veranlassen.
- BonitĂ€tsauskunft fĂŒr Dritte: Diese Schufa-Auskunft ist speziell fĂŒr die Vorlage bei Vermietern oder anderen privaten Vertragspartnern gestaltet. Sie ist meist kompakter als die Selbstauskunft und beschrĂ€nkt sich auf die fĂŒr die BonitĂ€t relevanten Kernaussagen, etwa ob negative Merkmale vorliegen. HĂ€ufig wird sie in einer neutralen Form prĂ€sentiert, die sensible Details schĂŒtzt und nur das fĂŒr den Vertragspartner Notwendige offenlegt.
Auskunft fĂŒr Unternehmen und Kreditinstitute
Banken, Sparkassen, VersandhĂ€ndler, Leasinggesellschaften oder Telekommunikationsunternehmen erhalten eine speziell auf ihre BedĂŒrfnisse zugeschnittene Schufa-Auskunft. Diese ist in der Regel umfangreicher als eine einfache BonitĂ€tsauskunft und enthĂ€lt neben Einzelmerkmalen auch Scorewerte, die das Ausfallrisiko statistisch abbilden. Je nach Branche und Produktart werden unterschiedliche Informationspakete zusammengestellt, um eine passgenaue Risikobewertung zu ermöglichen.
Datenbasis der Schufa-Auskunft
Die Aussagekraft einer Schufa-Auskunft hÀngt von der QualitÀt und dem Umfang der zugrunde liegenden Daten ab. Die Schufa sammelt Informationen aus verschiedenen Quellen, die rechtlich zur Meldung befugt sind.
Arten gespeicherter Daten
In einer typischen Schufa-Auskunft finden sich unter anderem folgende Datenkategorien.
- IdentitĂ€tsdaten: Dazu zĂ€hlen Name, frĂŒhere Namen, Geburtsdatum, Geburtsort und aktuelle sowie frĂŒhere Anschriften. Diese Angaben dienen der eindeutigen Zuordnung von VertrĂ€gen und Zahlungserfahrungen zu einer bestimmten Person.
- Vertragsdaten: Hierzu gehören Informationen ĂŒber laufende und frĂŒhere KreditvertrĂ€ge, Dispositionskredite, Ratenkaufvereinbarungen, LeasingvertrĂ€ge, Kreditkarten, Konten und Ă€hnliche Produkte. In der Schufa-Auskunft wird etwa vermerkt, wann ein Kredit aufgenommen, in welcher Höhe er gewĂ€hrt und ob er ordnungsgemÀà bedient oder bereits vollstĂ€ndig zurĂŒckgezahlt wurde.
- Zahlungserfahrungen: Besonders relevant sind Hinweise auf Zahlungsstörungen. Dazu zĂ€hlen zum Beispiel mehrfach gemahnte und unbeglichene Forderungen, KontokĂŒndigungen durch die Bank wegen Zahlungsverzugs, titulierte Forderungen sowie Informationen aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen. Solche Negativmerkmale haben erheblichen Einfluss auf die Bewertung in der Schufa-Auskunft.
- Anfragen von Vertragspartnern: Auch die Tatsache, dass ein Unternehmen eine Schufa-Auskunft eingeholt hat, kann als Anfrage vermerkt werden. Diese Anfragen werden in der Regel nach bestimmten Fristen wieder gelöscht und wirken sich je nach Art der Anfrage unterschiedlich auf den Score aus.
Herkunft der Daten
Die Daten in einer Schufa-Auskunft stammen aus mehreren Quellen, die mit der Schufa kooperieren. Dazu gehören insbesondere Banken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Kreditkartenunternehmen, Leasinggesellschaften, VersandhĂ€ndler, Telekommunikationsanbieter, Energieversorger sowie Inkassounternehmen. Daneben flieĂen auch Daten aus öffentlichen Registern und amtlichen Bekanntmachungen ein, etwa aus dem Insolvenzregister oder dem Schuldnerverzeichnis der Amtsgerichte. Die Ăbermittlung dieser Daten erfolgt auf Basis vertraglicher Vereinbarungen und gesetzlicher Vorgaben.
Rechtliche Grundlagen
Die Schufa-Auskunft bewegt sich im Spannungsfeld zwischen berechtigtem Informationsinteresse der Unternehmen und dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung der betroffenen Personen. Daher ist ihre Erstellung und Nutzung rechtlich klar geregelt.
Datenschutzrechtlicher Rahmen
Die Verarbeitung personenbezogener Daten fĂŒr eine Schufa-Auskunft stĂŒtzt sich vor allem auf die europĂ€ische Datenschutzgrundverordnung und ergĂ€nzende nationale Regelungen. Danach dĂŒrfen Daten nur zu bestimmten, legitimen Zwecken erhoben und verarbeitet werden. Typischerweise beruht die Einholung einer Schufa-Auskunft auf einer Kombination aus Einwilligung der betroffenen Person und berechtigtem Interesse des anfragenden Unternehmens. Die Einwilligung wird hĂ€ufig im Rahmen von Kredit oder VertragsantrĂ€gen eingeholt, indem die Antragstellenden eine entsprechende Klausel unterschreiben.
Betroffene Personen haben das Recht, eine eigene Schufa-Auskunft anzufordern, die gespeicherten Daten einzusehen, unzutreffende oder veraltete Informationen berichtigen oder löschen zu lassen und der Verarbeitung in bestimmten FĂ€llen zu widersprechen. Diese Rechte sollen sicherstellen, dass die Schufa-Auskunft nicht zu einer intransparenten oder willkĂŒrlichen BeeintrĂ€chtigung der wirtschaftlichen Handlungsfreiheit fĂŒhrt.
Speicherfristen und Löschung
FĂŒr EintrĂ€ge, die in einer Schufa-Auskunft erscheinen, gelten feste Speicherfristen. Positive Vertragsdaten wie ordnungsgemÀà zurĂŒckgezahlte Kredite werden nach einer bestimmten Zeit gelöscht, ebenso erledigte Forderungen, die zuvor zu Zahlungsstörungen gefĂŒhrt hatten. Typischerweise verbleiben viele Informationen drei Jahre nach Erledigung im Datenbestand, bevor sie automatisch entfernt werden. Besonders sensible EintrĂ€ge, etwa zur Privatinsolvenz, werden nach gesetzlich vorgegebenen Fristen gelöscht. Diese Regeln sollen gewĂ€hrleisten, dass eine Schufa-Auskunft nicht dauerhaft durch vergangene finanzielle Schwierigkeiten belastet bleibt, sofern sich die wirtschaftliche Situation der betroffenen Person stabilisiert hat.
Aufbau und Inhalt einer Schufa-Auskunft
Der konkrete Aufbau einer Schufa-Auskunft variiert je nach Art der Auskunft, folgt jedoch einem grundsÀtzlichen Schema, das die schnelle Erfassung der BonitÀt ermöglicht.
Identifikationsbereich
Am Anfang einer Schufa-Auskunft stehen die Identifikationsdaten der betroffenen Person. Dieser Abschnitt enthĂ€lt Name, Geburtsdatum und Anschrift und stellt sicher, dass die Auskunft eindeutig zugeordnet werden kann. HĂ€ufig werden auch frĂŒhere Adressen aufgefĂŒhrt, um Verwechslungen mit gleichnamigen Personen zu vermeiden.
Ăbersicht der Vertragsbeziehungen
Es folgt eine Aufstellung der relevanten Vertragsbeziehungen. In dieser Rubrik listet die Schufa-Auskunft beispielsweise laufende Kredite mit Angabe des Kreditgebers, des Beginns und des Status der RĂŒckzahlung. Auch Kreditkarten, Konten mit Dispositionsrahmen, LeasingvertrĂ€ge oder lĂ€ngerfristige Ratenzahlungsvereinbarungen können hier erscheinen. Die Schufa-Auskunft vermerkt in aller Regel, ob die VertrĂ€ge ordnungsgemÀà gefĂŒhrt werden oder ob AuffĂ€lligkeiten vorliegen.
Negativmerkmale und ZahlungsausfÀlle
Ein besonders beachteter Abschnitt der Schufa-Auskunft betrifft negative Zahlungserfahrungen. Hier werden etwa titulierte Forderungen, KontokĂŒndigungen wegen ZahlungsrĂŒckstĂ€nden, Eintragungen in Schuldnerverzeichnisse, eidesstattliche Versicherungen oder laufende Insolvenzverfahren aufgefĂŒhrt. Das Vorhandensein solcher Merkmale kann dazu fĂŒhren, dass Kreditinstitute oder andere Vertragspartner AntrĂ€ge ablehnen oder nur zu deutlich strengeren Konditionen annehmen.
Scorewerte
Viele Schufa-Auskunft Varianten enthalten Scorewerte. Diese stellen eine mathematisch statistische EinschĂ€tzung dar, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Die Scoreberechnung berĂŒcksichtigt eine Vielzahl von Faktoren, etwa die Art und Anzahl bestehender VertrĂ€ge, die Dauer von Kundenbeziehungen, bisherige Zahlungserfahrungen und die HĂ€ufigkeit bestimmter Anfragen. Die genaue Berechnungsformel ist nicht öffentlich zugĂ€nglich, was immer wieder Gegenstand von Diskussionen ist. Dennoch spielt der Score in der Praxis eine zentrale Rolle, weil er eine schnelle Einordnung der BonitĂ€t erlaubt.
Bedeutung im Wirtschaftsleben
Die Schufa-Auskunft ist im deutschen Wirtschaftsleben fest verankert und beeinflusst zahlreiche Entscheidungen, die das tĂ€gliche Leben betreffen. Sie bildet eine Art InformationsbrĂŒcke zwischen Verbrauchern und Unternehmen und ermöglicht eine differenzierte EinschĂ€tzung von Risiken.
Kreditvergabe und Finanzierung
Bei der Vergabe von Ratenkrediten, Baufinanzierungen oder Dispositionsrahmen ist eine Schufa-Auskunft nahezu unverzichtbar. Banken nutzen sie, um zu prĂŒfen, ob ein Antragsteller bereits hoch verschuldet ist, ob in der Vergangenheit Zahlungsprobleme aufgetreten sind und wie stabil das bisherige Zahlungsverhalten war. Eine positive Schufa-Auskunft mit geordneten VertragsverhĂ€ltnissen und ohne Negativmerkmale erleichtert den Zugang zu Krediten und kann zu gĂŒnstigeren Zinskonditionen fĂŒhren. Umgekehrt kann eine belastete Schufa-Auskunft dazu fĂŒhren, dass KreditantrĂ€ge abgelehnt oder nur mit hohen Zinsen und zusĂ€tzlichen Sicherheiten bewilligt werden.
Wohnungsmarkt und Vermietung
Auch im Wohnungsmarkt spielt die Schufa-Auskunft eine bedeutende Rolle. Viele Vermieter verlangen vor Abschluss eines Mietvertrages eine aktuelle BonitĂ€tsauskunft, um sich ein Bild von der ZahlungsfĂ€higkeit der Interessenten zu machen. Eine neutrale oder positive Schufa-Auskunft erhöht die Chancen, eine begehrte Wohnung zu erhalten, insbesondere in angespannten WohnungsmĂ€rkten. Liegen hingegen gravierende Negativmerkmale vor, kann dies zu Absagen fĂŒhren, selbst wenn das aktuelle Einkommen ausreichend erscheint.
Telekommunikation und laufende VertrÀge
Mobilfunkanbieter, Internetprovider und andere Dienstleister mit laufenden ZahlungsansprĂŒchen greifen ebenfalls hĂ€ufig auf eine Schufa-Auskunft zurĂŒck. Bei VertrĂ€gen mit Mindestlaufzeit und subventionierten GerĂ€ten spielt die EinschĂ€tzung des Ausfallrisikos eine wichtige Rolle. Eine stabile Schufa-Auskunft ermöglicht den Abschluss von VertrĂ€gen mit attraktiven Konditionen, wĂ€hrend bei schwacher BonitĂ€t etwa nur Prepaid Angebote oder Tarife ohne GerĂ€tefinanzierung zur VerfĂŒgung stehen können.
Praktische Aspekte fĂŒr Verbraucher
FĂŒr Verbraucherinnen und Verbraucher ist es wichtig zu verstehen, wie eine Schufa-Auskunft zustande kommt und wie sie sich auf alltĂ€gliche Entscheidungen auswirkt. Ein bewusster Umgang mit finanziellen Verpflichtungen kann dazu beitragen, die eigene BonitĂ€t zu erhalten oder zu verbessern.
Einholung einer eigenen Schufa-Auskunft
Jede Person kann in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden eine eigene Schufa-Auskunft anfordern, um die gespeicherten Daten zu ĂŒberprĂŒfen. Diese Möglichkeit dient der Transparenz und erlaubt es, frĂŒhzeitig Unstimmigkeiten zu erkennen. In der Praxis empfiehlt es sich, eine Schufa-Auskunft einzuholen, bevor gröĂere Finanzentscheidungen anstehen, etwa der Kauf einer Immobilie oder der Abschluss eines umfangreichen Kreditvertrags. So lassen sich Ăberraschungen vermeiden, wenn Banken oder andere Vertragspartner ihre eigene Schufa-Auskunft einholen.
Umgang mit Fehlern und veralteten EintrÀgen
Es kann vorkommen, dass eine Schufa-Auskunft fehlerhafte oder nicht mehr aktuelle Informationen enthĂ€lt. In solchen FĂ€llen haben Betroffene das Recht, eine Berichtigung oder Löschung zu verlangen. Dazu ist es hilfreich, die betreffenden EintrĂ€ge genau zu prĂŒfen, Nachweise ĂŒber bereits beglichene Forderungen oder erledigte VertrĂ€ge bereitzuhalten und sich direkt an die Schufa oder den meldenden Vertragspartner zu wenden. Eine bereinigte Schufa-Auskunft kann die BonitĂ€t deutlich verbessern und den Zugang zu wirtschaftlichen Chancen erleichtern.
Verantwortungsbewusster Umgang mit Krediten
Da die Schufa-Auskunft maĂgeblich von der bisherigen Zahlungsdisziplin geprĂ€gt wird, ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit Krediten und laufenden VertrĂ€gen entscheidend. Dazu gehört, nur Verpflichtungen einzugehen, die mit dem eigenen Einkommen dauerhaft tragbar sind, Zahlungen pĂŒnktlich zu leisten und bei absehbaren Schwierigkeiten frĂŒhzeitig das GesprĂ€ch mit GlĂ€ubigern zu suchen. Wer seine Finanzen im Blick behĂ€lt, trĂ€gt dazu bei, dass die eigene Schufa-Auskunft ein positives Bild zeichnet.
Kritische Perspektiven und Diskussion
Obwohl die Schufa-Auskunft weithin akzeptiert ist, gibt es immer wieder Diskussionen ĂŒber ihre Auswirkungen auf die gesellschaftliche Teilhabe und die Transparenz der Bewertungsverfahren.
Transparenz der Scoring Verfahren
Ein hĂ€ufig geĂ€uĂerter Kritikpunkt betrifft die Nachvollziehbarkeit der Scoreberechnung. Da die genauen mathematischen Modelle nicht offengelegt werden, bleibt fĂŒr Betroffene oft unklar, welche Faktoren im Einzelnen zu einer bestimmten Bewertung gefĂŒhrt haben. Dies kann das GefĂŒhl erzeugen, dass die Schufa-Auskunft einem schwer durchschaubaren System entstammt, obwohl sie doch entscheidende Weichen fĂŒr das wirtschaftliche Leben stellt. BefĂŒrworter argumentieren, dass eine vollstĂ€ndige Offenlegung die EffektivitĂ€t des Scorings gefĂ€hrden und Manipulationen erleichtern wĂŒrde.
Soziale Auswirkungen
Eine negative Schufa-Auskunft kann weitreichende Folgen haben, da sie den Zugang zu Krediten, Wohnraum und bestimmten Dienstleistungen erschwert. Kritiker sehen darin die Gefahr einer sich selbst verstĂ€rkenden Dynamik, bei der einmalige Zahlungsschwierigkeiten langfristig zu Ausgrenzung aus zentralen Bereichen des Wirtschaftslebens fĂŒhren können. BefĂŒrworter heben demgegenĂŒber hervor, dass die Schufa-Auskunft in erster Linie tatsĂ€chliche Zahlungserfahrungen abbildet und damit ein Spiegelbild des bisherigen Umgangs mit finanziellen Verpflichtungen darstellt.
Internationale Einordnung
Die Schufa-Auskunft ist ein spezifisch deutsches Instrument, steht jedoch in einer Reihe mit Ă€hnlichen Systemen in anderen LĂ€ndern. In vielen Staaten existieren private oder öffentliche Auskunfteien, die vergleichbare BonitĂ€tsinformationen sammeln und auswerten. Die Besonderheit der deutschen Schufa-Auskunft liegt in ihrer weitreichenden Verbreitung und in ihrer engen VerknĂŒpfung mit verschiedensten Branchen, von Banken ĂŒber Handel bis hin zu Telekommunikation und Vermietung. Dadurch ist sie zu einem zentralen Baustein der BonitĂ€tsprĂŒfung in Deutschland geworden.
Lexikalische Zusammenfassung
Schufa-Auskunft Substantiv, feminin [die]: Standardisierte Auskunft ĂŒber die BonitĂ€t einer natĂŒrlichen oder juristischen Person auf Grundlage der bei der Schutzgemeinschaft fĂŒr allgemeine Kreditsicherung gespeicherten Daten. Die Schufa-Auskunft enthĂ€lt insbesondere Angaben zu IdentitĂ€t, bestehenden und frĂŒheren Kredit- und VertragsverhĂ€ltnissen, Zahlungserfahrungen, Negativmerkmalen sowie gegebenenfalls Scorewerten zur statistischen EinschĂ€tzung des Ausfallrisikos. Sie dient Banken, Vermietern, Dienstleistern und anderen Unternehmen als Entscheidungsgrundlage bei der Vergabe von Krediten, der Anmietung von Wohnraum, dem Abschluss von Mobilfunk und anderen DauerschuldverhĂ€ltnissen. Die Schufa-Auskunft unterliegt datenschutzrechtlichen Vorgaben, kann von Betroffenen als Selbstauskunft eingesehen werden und ist an festgelegte Speicherfristen und Löschungsregeln gebunden.
AbschlieĂende Betrachtung
Die Schufa-Auskunft ist im deutschen Finanz und Wirtschaftsleben ein unverzichtbares Instrument, das weit ĂŒber die reine Kreditvergabe hinausreicht. Sie bĂŒndelt Informationen aus einer Vielzahl von Quellen, bereitet sie in standardisierter Form auf und stellt sie berechtigten Anfragenden zur VerfĂŒgung, um fundierte Entscheidungen ĂŒber VertragsabschlĂŒsse zu ermöglichen. Gleichzeitig eröffnet die Möglichkeit der Selbstauskunft den Betroffenen einen Einblick in die ĂŒber sie gespeicherten Daten und damit eine gewisse Kontrolle ĂŒber die eigene finanzielle Reputation. Wer versteht, wie eine Schufa-Auskunft aufgebaut ist, welche Daten sie enthĂ€lt und nach welchen GrundsĂ€tzen sie genutzt wird, kann bewusster mit finanziellen Verpflichtungen umgehen und aktiv daran mitwirken, dass die eigene BonitĂ€t transparent, korrekt und möglichst positiv dargestellt wird. In dieser Funktion bleibt die Schufa-Auskunft ein prĂ€gendes Element der modernen Kreditwirtschaft und ein wichtiges Bindeglied zwischen individueller Verantwortung und kollektiver Risikosteuerung.
HĂ€ufige Fragen zu âSchufa-Auskunftâ
Eine Schufa-Auskunft ist eine Zusammenstellung von Informationen ĂŒber Ihr bisheriges Zahlungsverhalten, zum Beispiel bei Krediten oder HandyvertrĂ€gen. Banken, Vermieter oder HĂ€ndler nutzen sie, um einzuschĂ€tzen, wie zuverlĂ€ssig Sie Ihre Rechnungen bezahlen.
Die Schufa speichert unter anderem Ihre persönlichen Basisdaten wie Name, Adresse und Geburtsdatum sowie Informationen zu laufenden und vergangenen VertrÀgen mit Banken oder VersandhÀndlern. Auch Mahnverfahren, InkassofÀlle und gerichtliche Vollstreckungen können erfasst werden, wenn sie gemeldet wurden.
Einmal im Jahr haben Sie das Recht auf eine kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO direkt bei der Schufa. Diese können Sie online beantragen oder per Post anfordern und erhalten dann eine Ăbersicht ĂŒber alle gespeicherten Daten zu Ihrer Person.
Nicht jede Anfrage wirkt sich auf Ihren Schufa-Score aus. Es wird unterschieden zwischen einer Konditionsanfrage, die nur zu Vergleichszwecken dient, und einer Kreditanfrage, die Ihren Score beeinflussen kann, wenn tatsÀchlich ein Vertrag zustande kommen soll.
Wenn Sie falsche oder veraltete Angaben entdecken, sollten Sie sich schriftlich an die Schufa wenden und die Korrektur mit Belegen nachweisen. Die Schufa prĂŒft den Vorgang gemeinsam mit dem meldenden Unternehmen und nimmt bei berechtigten Beanstandungen eine Berichtigung oder Löschung vor.

