Rohertrag Immobilie
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Der Begriff Rohertrag Immobilie bezeichnet eine zentrale Kennzahl der Immobilienwirtschaft und dient der Beurteilung der wirtschaftlichen LeistungsfĂ€higkeit eines vermieteten oder verpachteten Objekts. In einem lexikalischen Sinn beschreibt der Rohertrag Immobilie die Summe aller aus der Nutzung eines GrundstĂŒcks oder GebĂ€udes erzielten ErtrĂ€ge innerhalb eines bestimmten Zeitraums, in der Regel eines Jahres, bevor bestimmte Kosten und Aufwendungen abgezogen werden. Er bildet damit die Grundlage fĂŒr zahlreiche weiterfĂŒhrende Berechnungen, etwa zur Ermittlung der Rendite, zur Bewertung von Immobilien und zur EinschĂ€tzung des nachhaltigen Ertragspotenzials eines Objekts.
Begriffliche Einordnung und Definition
Im Kern ist der Rohertrag Immobilie der gesamte Jahresertrag, der aus der Ăberlassung von Immobilien an Dritte zuflieĂt. Dazu gehören insbesondere Mieten und Pachten, aber auch umlagefĂ€hige Nebenkosten, soweit sie als Ertrag beim EigentĂŒmer anfallen. Der Begriff wird in der Praxis sowohl im privaten als auch im gewerblichen Immobilienbereich verwendet und ist fĂŒr Investoren, Gutachter, Kreditinstitute und öffentliche Stellen von erheblicher Bedeutung. In vielen Bewertungsverfahren dient der Rohertrag Immobilie als Ausgangspunkt, um durch AbzĂŒge und Anpassungen zum nachhaltig erzielbaren Reinertrag und schlieĂlich zum Verkehrswert zu gelangen.
Der Rohertrag Immobilie ist somit keine beliebige Kennzahl, sondern ein fest umrissener Fachbegriff, der den Bruttoertrag aus der Nutzung eines GrundstĂŒcks oder GebĂ€udes vor Abzug bestimmter Kosten beschreibt. Aus lexikaler Sicht lĂ€sst sich festhalten, dass der Rohertrag stets periodisiert, objektbezogen und nutzungsbezogen zu verstehen ist. Das bedeutet, er bezieht sich auf einen definierten Zeitraum, auf ein bestimmtes Objekt und auf die ErtrĂ€ge aus dessen wirtschaftlicher Nutzung.
Bestandteile des Rohertrags
Ertragsarten im Ăberblick
Der Rohertrag Immobilie setzt sich in der Regel aus mehreren Komponenten zusammen, die gemeinsam den Gesamtbetrag der erzielbaren oder erzielten Einnahmen bilden. Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören:
- Grundmieten fĂŒr Wohnraum oder GewerbeflĂ€chen
- Pachtzahlungen bei verpachteten GrundstĂŒcken oder Betriebsimmobilien
- Nebenkostenvorauszahlungen, soweit sie als Einnahme beim EigentĂŒmer verbleiben
- Erlöse aus StellplÀtzen und Garagen, die separat vermietet werden
- Einnahmen aus Sondernutzungen wie WerbeflÀchen, Antennenanlagen oder Automaten
- Sonstige Entgelte aus der Ăberlassung von FlĂ€chen oder Einrichtungen
Alle diese Positionen werden zusammengefasst, um den Rohertrag Immobilie zu bestimmen. Entscheidend ist dabei, dass es sich um ErtrĂ€ge handelt, die aus der Ăberlassung der Immobilie an Nutzer resultieren. Eigennutzung durch den EigentĂŒmer bleibt beim Rohertrag unberĂŒcksichtigt oder wird, sofern erforderlich, durch eine fiktive Miete bewertet.
Abgrenzung zu nicht zum Rohertrag gehörenden Einnahmen
Nicht jede Zahlung, die im Zusammenhang mit einem GrundstĂŒck oder GebĂ€ude steht, ist Teil des Rohertrag Immobilie. Typischerweise nicht zum Rohertrag zĂ€hlen:
- Kautionen, da sie lediglich Sicherheiten darstellen
- Einmalige Ablösezahlungen fĂŒr Einbauten oder Inventar
- Verkaufserlöse aus der VerĂ€uĂerung der Immobilie
- Schadensersatzleistungen, die keinen laufenden Nutzungsertrag darstellen
- EigenkapitalzufĂŒhrungen oder Darlehensauszahlungen
Diese Abgrenzung ist notwendig, um den Rohertrag Immobilie als klar definierte und vergleichbare GröĂe zu erhalten. Nur so kann er zuverlĂ€ssig als Basis fĂŒr weitere Berechnungen und Bewertungen dienen.
Berechnung und Herleitung
Allgemeine Berechnungsformel
Zur Ermittlung des Rohertrag Immobilie wird in der Praxis hÀufig eine einfache Grundformel verwendet, die sich an den jÀhrlichen ErtrÀgen orientiert. Eine typische Darstellung lautet:
Rohertrag Immobilie = Summe der Jahresnettomieten + sonstige wiederkehrende ErtrÀge aus der Nutzung der Immobilie
Die Jahresnettomiete umfasst hierbei die vertraglich vereinbarte Miete ohne Umsatzsteuer, jedoch inklusive aller regelmĂ€Ăig wiederkehrenden Mietbestandteile. Variable oder einmalige ErtrĂ€ge können einbezogen werden, wenn sie dauerhaft zu erwarten sind und die wirtschaftliche Situation der Immobilie realistisch widerspiegeln.
Unterscheidung zwischen tatsÀchlichem und nachhaltigem Rohertrag
In der Fachpraxis wird hÀufig zwischen dem tatsÀchlich erzielten Rohertrag Immobilie und einem nachhaltig erzielbaren Rohertrag unterschieden. Der tatsÀchliche Rohertrag basiert auf den realen Einnahmen innerhalb eines bestimmten Jahres, wÀhrend der nachhaltige Rohertrag auf einer langfristigen, marktgerechten Betrachtung beruht.
- TatsÀchlicher Rohertrag: Summe der im betrachteten Zeitraum tatsÀchlich vereinnahmten Mieten und ErtrÀge.
- Nachhaltiger Rohertrag: Summe der Mieten und ErtrĂ€ge, die bei marktĂŒblicher Vermietung und unter BerĂŒcksichtigung ĂŒblicher LeerstĂ€nde langfristig erwartet werden können.
Der nachhaltige Rohertrag Immobilie spielt insbesondere in der Immobilienbewertung eine wichtige Rolle, da er die Grundlage fĂŒr die Ableitung eines stabilen Ertragsniveaus bildet, das nicht durch kurzfristige Sondereffekte verzerrt ist.
Einfluss von Leerstand und Mietausfall
Leerstand und Mietausfall beeinflussen den Rohertrag Immobilie maĂgeblich. WĂ€hrend in der theoretischen Ausgangsbetrachtung oft von Vollvermietung ausgegangen wird, mĂŒssen in der RealitĂ€t typische Leerstandsquoten und Mietausfallwagnisse berĂŒcksichtigt werden. In vielen BewertungsansĂ€tzen wird daher zunĂ€chst ein potenzieller Rohertrag bei Vollvermietung ermittelt, von dem anschlieĂend ein prozentualer Abschlag fĂŒr Leerstand und Ausfallrisiko vorgenommen wird.
Dieser angepasste Wert bildet dann einen realistischen Rohertrag Immobilie, der die tatsĂ€chlichen Marktbedingungen besser widerspiegelt. FĂŒr die lexikalische Einordnung ist wesentlich, dass der Rohertrag zwar grundsĂ€tzlich als Bruttoertrag definiert ist, jedoch in der professionellen Anwendung hĂ€ufig um risikobedingte AbschlĂ€ge ergĂ€nzt wird.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Rohertrag und Reinertrag
Der Rohertrag Immobilie ist klar vom Reinertrag zu unterscheiden. WĂ€hrend der Rohertrag den Bruttoertrag vor Abzug bestimmter Kosten darstellt, ergibt sich der Reinertrag nach Abzug der nicht auf die Mieter umlagefĂ€higen Bewirtschaftungskosten. Zu diesen Bewirtschaftungskosten zĂ€hlen beispielsweise Verwaltungskosten, Instandhaltungskosten und Mietausfallwagnis, soweit sie nicht bereits bei der Ermittlung des Rohertrags berĂŒcksichtigt wurden.
Reinertrag = Rohertrag Immobilie minus nicht umlagefÀhige Bewirtschaftungskosten
Der Reinertrag spiegelt damit den Betrag wider, der dem EigentĂŒmer nach Abzug der laufenden Aufwendungen als Ertrag verbleibt. In der Immobilienbewertung dient der Reinertrag hĂ€ufig als Basis fĂŒr die Kapitalisierung zur Ableitung eines Ertragswertes.
Rohertrag und Bruttomietrendite
Die Bruttomietrendite ist eine Kennzahl, die den Rohertrag Immobilie ins VerhÀltnis zum Kaufpreis oder Verkehrswert der Immobilie setzt. Sie zeigt, wie hoch der jÀhrliche Bruttoertrag im Vergleich zur Investitionssumme ausfÀllt. Die Formel lautet in vereinfachter Form:
Bruttomietrendite in Prozent = Rohertrag Immobilie / Kaufpreis oder Verkehrswert Ă 100
Durch diese Relation wird der Rohertrag Immobilie zu einem VergleichsmaĂstab, der es Investoren ermöglicht, unterschiedliche Objekte hinsichtlich ihrer Ertragskraft zu beurteilen. Die Bruttomietrendite berĂŒcksichtigt jedoch keine Kosten und Risiken, sodass sie lediglich eine erste, grobe EinschĂ€tzung erlaubt.
Rohertrag und Nettomietrendite
Im Unterschied zur Bruttomietrendite bezieht sich die Nettomietrendite auf den Reinertrag, also auf den Betrag nach Abzug bestimmter Kosten. Der Rohertrag Immobilie bildet zwar weiterhin den Ausgangspunkt der Berechnung, wird jedoch um Bewirtschaftungskosten und weitere Aufwendungen reduziert. Die Nettomietrendite gilt daher als aussagekrĂ€ftigeres MaĂ fĂŒr die tatsĂ€chliche RentabilitĂ€t einer Immobilie, da sie die Kostenstruktur des Objekts berĂŒcksichtigt.
Bedeutung in der Immobilienbewertung
Rolle im Ertragswertverfahren
Im Ertragswertverfahren, das in vielen LĂ€ndern als standardisiertes Verfahren zur Bewertung von Renditeobjekten etabliert ist, nimmt der Rohertrag Immobilie eine SchlĂŒsselrolle ein. Das Verfahren basiert auf der Ăberlegung, dass der Wert einer Immobilie im Wesentlichen vom nachhaltig erzielbaren Ertrag abhĂ€ngt. Ausgangspunkt ist dabei stets der Rohertrag, der anschlieĂend um Bewirtschaftungskosten und sonstige AbzĂŒge bereinigt wird.
Im Rahmen dieses Verfahrens wird zunĂ€chst der marktĂŒbliche Rohertrag ermittelt, der bei ordnungsgemĂ€Ăer Bewirtschaftung und marktgerechter Vermietung zu erwarten ist. Dieser Rohertrag Immobilie wird dann um nicht umlagefĂ€hige Kosten reduziert, um den Reinertrag zu bestimmen. AnschlieĂend erfolgt die Kapitalisierung des Reinertrags mit einem geeigneten Liegenschaftszinssatz, um den Ertragswert der Immobilie zu erhalten.
Verwendung in Gutachten und Analysen
Gutachter, SachverstĂ€ndige und Analysten greifen regelmĂ€Ăig auf den Rohertrag Immobilie zurĂŒck, um die wirtschaftliche Situation eines Objekts zu beschreiben. In Gutachten wird der Rohertrag hĂ€ufig detailliert aufgegliedert, etwa nach Nutzungseinheiten, MietflĂ€chen und Mietarten. Diese AufschlĂŒsselung ermöglicht eine transparente Nachvollziehbarkeit der Ertragsstruktur und erleichtert die Bewertung von Chancen und Risiken.
Auch in Marktanalysen und Portfolioberichten wird der Rohertrag Immobilie als zentrale Kennzahl verwendet, um Ertragsprofile verschiedener Objekte oder Regionen vergleichbar zu machen. Dadurch können Investitionsentscheidungen fundierter getroffen und strategische Ausrichtungen besser geplant werden.
Anwendung im Investmentkontext
Entscheidungsgrundlage fĂŒr Investoren
FĂŒr private und institutionelle Investoren bildet der Rohertrag Immobilie eine wesentliche Entscheidungsgrundlage. Er gibt Auskunft darĂŒber, welches Einnahmepotenzial ein Objekt bietet und wie sich dieses Potenzial im VerhĂ€ltnis zum Kaufpreis darstellt. Investoren analysieren dabei sowohl den aktuellen als auch den potenziellen Rohertrag, um zu beurteilen, ob sich eine Investition unter den gegebenen Marktbedingungen lohnt.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Frage, ob der bestehende Rohertrag Immobilie unter oder ĂŒber dem marktĂŒblichen Niveau liegt. Ein unterdurchschnittlicher Rohertrag kann auf Optimierungspotenziale, aber auch auf strukturelle SchwĂ€chen hinweisen. Ein ĂŒberdurchschnittlicher Rohertrag kann auf besondere Standortvorteile oder auf ein erhöhtes Risiko hindeuten, etwa bei sehr kurzlaufenden MietvertrĂ€gen.
Vergleichbarkeit unterschiedlicher Objekte
Der Rohertrag Immobilie ermöglicht es, unterschiedliche Immobilienarten miteinander zu vergleichen. Ob Wohnimmobilie, BĂŒrogebĂ€ude, EinzelhandelsflĂ€che oder Logistikimmobilie, der Rohertrag stellt eine einheitliche MessgröĂe dar, die unabhĂ€ngig von der konkreten Nutzung ist. Durch die Relation zum Kaufpreis, zu den Herstellungskosten oder zum Verkehrswert lĂ€sst sich die Ertragskraft verschiedener Objekte in eine vergleichbare Form bringen.
- Wohnimmobilien weisen hÀufig stabile, aber vergleichsweise moderate RohertrÀge auf.
- Gewerbeimmobilien können höhere RohertrÀge erzielen, sind jedoch stÀrker konjunkturabhÀngig.
- Spezialimmobilien wie Hotels oder Pflegeheime haben oft komplexe Ertragsstrukturen, bei denen der Rohertrag Immobilie sorgfÀltig analysiert werden muss.
Durch diese Vergleichbarkeit wird der Rohertrag zu einem unverzichtbaren Instrument im professionellen Immobilieninvestment.
Praktische Herausforderungen bei der Ermittlung
Datengrundlage und Transparenz
Die zuverlĂ€ssige Ermittlung des Rohertrag Immobilie setzt eine vollstĂ€ndige und transparente Datengrundlage voraus. Dazu gehören MietvertrĂ€ge, NachtrĂ€ge, Nebenkostenabrechnungen und gegebenenfalls Zusatzvereinbarungen. In der Praxis kann es jedoch vorkommen, dass Unterlagen unvollstĂ€ndig sind oder unterschiedliche Vertragsversionen vorliegen. In solchen FĂ€llen ist eine sorgfĂ€ltige PrĂŒfung erforderlich, um den tatsĂ€chlichen Ertrag korrekt zu erfassen.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern Staffelmieten, Indexmieten und variable Mietbestandteile. Diese können dazu fĂŒhren, dass der Rohertrag Immobilie im Zeitverlauf erheblichen Schwankungen unterliegt. FĂŒr eine sachgerechte Bewertung ist es daher notwendig, nicht nur den aktuellen Ertrag, sondern auch die zukĂŒnftige Entwicklung der Mieten zu berĂŒcksichtigen.
MarktverÀnderungen und Anpassungsbedarf
Der Immobilienmarkt ist dynamisch und unterliegt konjunkturellen, rechtlichen und gesellschaftlichen VerÀnderungen. Diese wirken sich unmittelbar auf den Rohertrag Immobilie aus. Beispielsweise können gesetzliche Mietbegrenzungen, verÀnderte Nachfrage nach bestimmten Nutzungsarten oder strukturelle StandortverÀnderungen den erzielbaren Rohertrag erhöhen oder mindern.
FĂŒr eine lexikalische Beschreibung ist hervorzuheben, dass der Rohertrag Immobilie kein statischer Wert ist, sondern regelmĂ€Ăig ĂŒberprĂŒft und angepasst werden muss. Nur so kann er seine Funktion als realitĂ€tsnaher Indikator fĂŒr die wirtschaftliche LeistungsfĂ€higkeit einer Immobilie erfĂŒllen.
Rechtliche und steuerliche Aspekte
Rolle im Steuerrecht
Im steuerlichen Kontext bildet der Rohertrag Immobilie hĂ€ufig den Ausgangspunkt fĂŒr die Ermittlung der EinkĂŒnfte aus Vermietung und Verpachtung. Die aus der Immobilie erzielten Mieten und Pachten stellen den Bruttozufluss dar, von dem anschlieĂend Werbungskosten und andere abzugsfĂ€hige Aufwendungen abgezogen werden. Das steuerlich relevante Ergebnis unterscheidet sich damit vom reinen Rohertrag, basiert jedoch auf ihm.
Steuerrechtliche Regelungen können zudem Einfluss auf die Gestaltung von MietvertrĂ€gen und damit auf den Rohertrag Immobilie haben. Beispielsweise können bestimmte ModernisierungsmaĂnahmen durch Mieterhöhungen refinanziert werden, was zu einem höheren Rohertrag fĂŒhrt. Umgekehrt können steuerliche Belastungen oder EinschrĂ€nkungen die Ertragskraft mindern.
Regulatorische Rahmenbedingungen
Regulatorische Vorgaben, etwa im Mietrecht oder im Bereich der energetischen Anforderungen an GebĂ€ude, beeinflussen den Rohertrag Immobilie ebenfalls. Mietpreisbremsen, Kappungsgrenzen oder Vorgaben zur Mietanpassung können die Möglichkeit einschrĂ€nken, Mieten zu erhöhen und damit den Rohertrag zu steigern. Gleichzeitig können Investitionen in Energieeffizienz und Modernisierung langfristig zu höheren Mieten und damit zu einem gesteigerten Rohertrag fĂŒhren, sofern der Markt entsprechende Zahlungsbereitschaft aufweist.
Bedeutung fĂŒr EigentĂŒmer und Verwalter
Steuerung der Bewirtschaftung
FĂŒr EigentĂŒmer und Verwalter dient der Rohertrag Immobilie als zentrales Steuerungsinstrument. Er zeigt an, wie erfolgreich die Vermietungspolitik ist und in welchem Umfang die Immobilie zur Deckung von Kosten und zur Erzielung eines Ăberschusses beitrĂ€gt. Durch regelmĂ€Ăige Auswertung des Rohertrags können Schwachstellen in der Bewirtschaftung identifiziert und MaĂnahmen zur Optimierung eingeleitet werden.
Dazu gehören unter anderem die Anpassung von Mieten an das Marktniveau, die Reduzierung von LeerstĂ€nden, die Verbesserung der Mieterstruktur und die strategische Planung von Modernisierungen. Der Rohertrag Immobilie fungiert dabei als Kennzahl, die die Wirkung dieser MaĂnahmen messbar macht.
Kommunikation mit Banken und Investoren
In GesprĂ€chen mit Banken, Finanzierungsinstituten und Investoren spielt der Rohertrag Immobilie eine herausragende Rolle. Er wird hĂ€ufig als AusgangsgröĂe fĂŒr BonitĂ€tsprĂŒfungen, Finanzierungsentscheidungen und Covenants in KreditvertrĂ€gen herangezogen. Ein stabiler und ausreichend hoher Rohertrag kann die Finanzierungskonditionen verbessern und die AttraktivitĂ€t eines Objekts fĂŒr Kapitalgeber steigern.
EigentĂŒmer und Verwalter sind daher gut beraten, die Entwicklung des Rohertrag Immobilie systematisch zu dokumentieren und transparent darzustellen. Dies schafft Vertrauen und erleichtert die Zusammenarbeit mit externen Partnern.
Zusammenfassende Einordnung
Der Rohertrag Immobilie ist ein grundlegender Begriff der Immobilienökonomie und beschreibt den Bruttoertrag, der aus der Nutzung eines GrundstĂŒcks oder GebĂ€udes resultiert. Er umfasst alle laufenden Einnahmen aus Mieten, Pachten und sonstigen Nutzungsentgelten, bevor bestimmte Kosten und Aufwendungen abgezogen werden. Als zentrale Kennzahl bildet er die Basis fĂŒr zahlreiche weiterfĂŒhrende Berechnungen, insbesondere fĂŒr die Ermittlung des Reinertrags, die Bestimmung von Mietrenditen und die Anwendung des Ertragswertverfahrens in der Immobilienbewertung.
In der praktischen Anwendung erfĂŒllt der Rohertrag Immobilie mehrere Funktionen. Er dient als MessgröĂe fĂŒr die wirtschaftliche LeistungsfĂ€higkeit eines Objekts, als VergleichsgröĂe fĂŒr unterschiedliche Immobilienarten und als Entscheidungsgrundlage fĂŒr Investoren, EigentĂŒmer, Kreditinstitute und Gutachter. Gleichzeitig ist er ein dynamischer Wert, der von Marktbedingungen, rechtlichen Rahmenbedingungen und der konkreten Bewirtschaftung der Immobilie beeinflusst wird.
Lexikalisch betrachtet lĂ€sst sich der Rohertrag Immobilie als periodisierter Bruttoertrag aus der Ăberlassung einer Immobilie an Dritte definieren, der objektbezogen ermittelt und zur Beurteilung der Ertragskraft herangezogen wird. Seine Bedeutung ergibt sich aus der Tatsache, dass Immobilien in erster Linie als Ertragsobjekte betrachtet werden, deren Wert maĂgeblich von den erzielbaren Einnahmen abhĂ€ngt. Wer Immobilien wirtschaftlich analysiert, bewertet oder verwaltet, kommt daher nicht umhin, den Rohertrag prĂ€zise zu erfassen, korrekt abzugrenzen und im Kontext der jeweiligen Markt und Objektbedingungen zu interpretieren. In dieser Funktion bleibt der Rohertrag Immobilie ein unverzichtbarer Baustein jeder fundierten immobilienwirtschaftlichen Betrachtung.
HĂ€ufige Fragen zu âRohertrag Immobilieâ
Der Rohertrag einer Immobilie ist die Summe aller Mieteinnahmen innerhalb eines Jahres, bevor Kosten abgezogen werden. Dazu gehören in der Regel die Kaltmieten und teilweise auch umlagefĂ€hige Nebenkosten, je nach Betrachtungsweise. Er zeigt, wie viel Geld die Immobilie brutto einspielt. Der Rohertrag ist eine wichtige Grundlage fĂŒr weitere Berechnungen zur RentabilitĂ€t.
Der Rohertrag ist die Gesamtsumme der Mieteinnahmen ohne Abzug von Bewirtschaftungskosten. Der Reinertrag ergibt sich, wenn vom Rohertrag alle laufenden Kosten wie Verwaltung, Instandhaltung und nicht umlagefĂ€hige Nebenkosten abgezogen werden. Der Reinertrag zeigt damit, was unterm Strich tatsĂ€chlich ĂŒbrig bleibt. FĂŒr Investitionsentscheidungen ist vor allem der Reinertrag entscheidend.
Zum Rohertrag zĂ€hlen in erster Linie die jĂ€hrlichen Kaltmieten aller vermieteten Einheiten. Hinzu kommen oft weitere regelmĂ€Ăige Erlöse wie Mieten fĂŒr StellplĂ€tze oder Garagen. Einmalige Zahlungen wie Abstandszahlungen oder Kautionen gehören in der Regel nicht dazu. Entscheidend ist, dass es sich um wiederkehrende Einnahmen aus der Nutzung der Immobilie handelt.
Der Rohertrag zeigt, wie viel Ertrag eine Immobilie potenziell pro Jahr erwirtschaften kann. Er dient als Basis, um Kennzahlen wie die Bruttomietrendite zu berechnen und verschiedene Objekte miteinander zu vergleichen. Anleger können damit schnell einschĂ€tzen, ob sich ein genauerer Blick auf ein Objekt lohnt. FĂŒr eine vollstĂ€ndige Bewertung mĂŒssen jedoch auch Kosten und Risiken berĂŒcksichtigt werden.
Um den Rohertrag zu berechnen, addieren Sie alle jÀhrlichen Mieteinnahmen der Immobilie. Das sind in der Regel die monatlichen Kaltmieten aller Einheiten multipliziert mit zwölf Monaten. Wenn es zusÀtzliche laufende Einnahmen wie Garagenmieten gibt, rechnen Sie diese dazu. Die Summe ergibt den jÀhrlichen Rohertrag der Immobilie.

