Letter of Intent Immobilienverkauf
Inhaltsverzeichnis
Der Begriff Letter of Intent Immobilienverkauf bezeichnet eine schriftliche Erklärung, in der Kaufinteressent und Verkäufer die wesentlichen Eckpunkte eines geplanten Immobiliengeschäfts vorläufig festhalten und ihren ernsthaften Verhandlungswillen dokumentieren. Ein Letter of Intent Immobilienverkauf steht typischerweise zeitlich zwischen ersten Gesprächen und dem Entwurf eines verbindlichen Kaufvertrags. Er dient der Strukturierung des Transaktionsprozesses, der Absicherung sensibler Informationen und der Klärung zentraler wirtschaftlicher Parameter. Obwohl ein Letter of Intent Immobilienverkauf überwiegend unverbindlichen Charakter hat, kann er rechtlich relevante Verpflichtungen enthalten, etwa zu Vertraulichkeit, Exklusivität oder Kostentragung, und dadurch die Position der Beteiligten im weiteren Verlauf der Verhandlungen maßgeblich beeinflussen.
Begriff und Einordnung
Der Letter of Intent Immobilienverkauf, häufig auch als Absichtserklärung oder LOI bezeichnet, ist ein Dokument, das die Grundzüge eines beabsichtigten Immobilienkaufs beschreibt. Er gehört in die Kategorie der vorvertraglichen Vereinbarungen. Charakteristisch ist, dass die Parteien ihre Absicht erklären, einen Kaufvertrag über ein bestimmtes Grundstück oder Gebäude zu den skizzierten Konditionen abzuschließen, ohne damit bereits den endgültigen Kaufvertrag zu begründen. Der Letter of Intent Immobilienverkauf bildet damit eine Brücke zwischen unverbindlicher Interessensbekundung und rechtlich bindendem Kaufvertrag.
In der Praxis wird ein Letter of Intent Immobilienverkauf vor allem bei komplexen oder hochvolumigen Transaktionen eingesetzt, etwa beim Verkauf von Gewerbeimmobilien, Wohnanlagen oder gemischt genutzten Objekten. Aber auch im gehobenen privaten Immobiliensegment findet er zunehmend Verwendung. Die Funktion eines solchen Dokuments ist dabei weniger die unmittelbare Rechtsbindung am Kaufobjekt selbst, sondern die Schaffung eines klaren Rahmens für die weiteren Schritte des Verkaufsprozesses.
Rechtsnatur und Bindungswirkung
Unverbindliche und verbindliche Elemente
Ein Letter of Intent Immobilienverkauf besteht typischerweise aus einem unverbindlichen Teil und aus einzelnen rechtlich bindenden Regelungen. Der unverbindliche Teil enthält die geplanten wirtschaftlichen Eckdaten wie Kaufpreis, Zahlungsmodalitäten, Zeitplan und mögliche Bedingungen für den Vertragsabschluss. Die Parteien erklären dort meist ausdrücklich, dass sie noch keinen Kaufvertrag schließen und sich vorbehalten, die Verhandlungen jederzeit zu beenden.
Demgegenüber können bestimmte Klauseln im Letter of Intent Immobilienverkauf rechtlich bindend sein. Dazu gehören insbesondere Vereinbarungen über Vertraulichkeit, Exklusivität der Verhandlungen, das Verbot der Kontaktaufnahme zu bestimmten Dritten, Kostentragung für Gutachten oder Prüfungen sowie Regelungen zum Umgang mit vertraulichen Unterlagen nach Abbruch der Verhandlungen. Die rechtliche Einordnung hängt von der konkreten Formulierung ab und davon, ob die Parteien einen klaren Bindungswillen zum Ausdruck gebracht haben.
Vorvertragliche Pflichten
Auch wenn der Letter of Intent Immobilienverkauf im Kern keine unmittelbare Verpflichtung zum Abschluss des Kaufvertrags begründet, entstehen aus ihm häufig vorvertragliche Pflichten. Diese können sich aus den Grundsätzen von Treu und Glauben ergeben. So kann etwa erwartet werden, dass die Parteien ernsthaft verhandeln, vereinbarte Prüfungen ermöglichen und keine bewusst irreführenden Informationen geben. Ein grob treuwidriger Abbruch der Verhandlungen kann gegebenenfalls Schadensersatzansprüche auslösen, etwa für nutzlos aufgewendete Kosten.
Der Letter of Intent Immobilienverkauf ist in rechtlicher Hinsicht ein hybrides Instrument. Er verbindet unverbindliche Willensbekundungen mit selektiv verbindlichen Verpflichtungen und prägt damit den gesamten Verlauf der Transaktion.
Ziele und Funktionen
Strukturierung des Transaktionsprozesses
Eine zentrale Funktion des Letter of Intent Immobilienverkauf besteht in der Strukturierung eines häufig komplexen Verkaufsprozesses. Bereits im frühen Stadium werden Zeitplan, Zuständigkeiten und Verfahrensschritte festgelegt. Typische Elemente sind Fristen für die Bereitstellung von Unterlagen, der Beginn und das Ende der Due Diligence, der Termin für die Ausarbeitung des Kaufvertragsentwurfs sowie der angestrebte Notartermin. Dadurch wird der Ablauf für alle Beteiligten transparent und planbar.
Absicherung der Verhandlungsposition
Ein weiterer Zweck des Letter of Intent Immobilienverkauf liegt in der Absicherung der Verhandlungsposition. Der Käufer kann sich durch Exklusivitätsklauseln davor schützen, dass der Verkäufer parallel mit anderen Interessenten verhandelt. Der Verkäufer wiederum erhält eine gewisse Sicherheit, dass der Kaufinteressent ernsthaft an der Transaktion interessiert ist, etwa indem dieser sich zu bestimmten Vorbereitungshandlungen verpflichtet oder die Kosten für Prüfungen übernimmt. Zugleich wird durch die schriftliche Fixierung der Eckpunkte das Risiko von Missverständnissen reduziert.
Rahmen für die Due Diligence
Der Letter of Intent Immobilienverkauf legt häufig den Rahmen für eine umfassende Prüfung der Immobilie fest. Dazu gehören Regelungen zum Zugang zu Unterlagen, zu Besichtigungen vor Ort, zu Gesprächen mit Mietern oder Dienstleistern sowie zu technischen Gutachten. Der LOI definiert, welche Informationen der Verkäufer bereitstellen muss und in welchem Umfang der Käufer diese auswerten darf. Damit wird die Grundlage geschaffen, die wirtschaftliche und rechtliche Qualität des Objekts verlässlich einzuschätzen.
Kommunikatives Signal
Schließlich hat der Letter of Intent Immobilienverkauf auch eine kommunikative Funktion. Er signalisiert nach innen und außen, dass die Parteien einen ernsthaften Schritt in Richtung Vertragsabschluss gehen. In Unternehmensgruppen kann dies für interne Freigabeprozesse wichtig sein, etwa zur Einholung von Genehmigungen durch Gremien. Banken und Finanzierer sehen im LOI häufig ein Indiz dafür, dass ein Projekt realistische Erfolgsaussichten hat.
Typische Inhalte
Bezeichnung der Parteien und des Objekts
Zu Beginn beschreibt ein Letter of Intent Immobilienverkauf die beteiligten Parteien mit ihren vollständigen Firmierungen oder Personendaten. Anschließend wird das Kaufobjekt eindeutig identifiziert, etwa durch Adresse, Grundbuchangaben, Flurnummern und eine kurze Beschreibung der Nutzung. Bei komplexen Immobilienportfolios kann eine Anlage mit einer detaillierten Objektliste beigefügt werden.
Wirtschaftliche Eckdaten
Die wirtschaftlichen Kernpunkte bilden das Herzstück des Letter of Intent Immobilienverkauf. Dazu zählen insbesondere
- Kaufpreis oder eine Spanne, gegebenenfalls abhängig vom Ergebnis der Due Diligence
- Zahlungsmodalitäten wie Fälligkeit, Sicherheiten oder Kaufpreisanpassungen
- Übernahme von bestehenden Verträgen, etwa Mietverträgen oder Dienstleistungsverträgen
- Regelungen zu Instandhaltungsrückständen und etwaigen Sanierungsmaßnahmen
- Aufteilung von Steuern und Nebenkosten, etwa Grunderwerbsteuer, Notarkosten oder Maklerprovision
Diese Informationen sind zwar meist unverbindlich, bilden aber die Grundlage für die weitere Detailverhandlung des Kaufvertrags.
Due Diligence und Informationszugang
Im Letter of Intent Immobilienverkauf wird regelmäßig der Umfang der geplanten Due Diligence festgelegt. Typische Regelungspunkte sind
- Art und Umfang der Einsicht in Unterlagen wie Mietverträge, Baupläne, Genehmigungen und Versicherungen
- Zugang zu Datenräumen in physischer oder elektronischer Form
- Regelungen zu Objektbesichtigungen und technischen Prüfungen
- Vorgaben zur Einbindung externer Sachverständiger
- Zeitrahmen, innerhalb dessen die Prüfung abgeschlossen sein soll
Mit diesen Bestimmungen wird sichergestellt, dass die Prüfphase effizient verläuft und beide Seiten wissen, welche Mitwirkung erwartet wird.
Vertraulichkeit
Ein zentrales Element im Letter of Intent Immobilienverkauf ist die Vertraulichkeitsklausel. Sie verpflichtet die Parteien, alle im Rahmen der Verhandlungen erhaltenen Informationen streng vertraulich zu behandeln und nur für den Zweck der geplanten Transaktion zu verwenden. Häufig wird geregelt, dass nur bestimmte Berater oder interne Entscheidungsträger Zugang zu den Daten erhalten. Zudem können Bestimmungen enthalten sein, wie mit vertraulichen Informationen nach Abbruch der Verhandlungen umzugehen ist, etwa deren Rückgabe oder Löschung.
Exklusivität
Viele Letter of Intent Immobilienverkauf enthalten Exklusivitätsvereinbarungen, nach denen der Verkäufer für einen bestimmten Zeitraum keine Verhandlungen mit anderen Interessenten führen darf. Die Dauer dieser Exklusivität variiert je nach Marktlage, Objektart und Verhandlungsmacht der Parteien. Ziel ist es, dem Kaufinteressenten die Sicherheit zu geben, dass sich seine Investitionen in Prüfungen und Gutachten nicht dadurch entwerten, dass das Objekt parallel anderweitig veräußert wird.
Kostenregelungen
Im LOI wird häufig geregelt, wer die Kosten für die Vorbereitung der Transaktion trägt. Dazu gehören Ausgaben für Gutachten, Rechtsberatung, technische Prüfungen oder die Einrichtung eines Datenraums. Üblich ist, dass jede Partei ihre eigenen Kosten trägt. In manchen Fällen übernimmt jedoch eine Seite bestimmte Aufwendungen der anderen, etwa wenn ein besonders intensiver Prüfungsprozess vereinbart wurde. Solche Kostenzusagen können im Letter of Intent Immobilienverkauf verbindlich ausgestaltet sein.
Zeitleiste und Meilensteine
Ein strukturierter Zeitplan ist ein weiterer typischer Bestandteil. Er kann folgende Meilensteine enthalten
- Datum der Unterzeichnung des LOI
- Beginn und Ende der Due Diligence
- Stichtag für die Entscheidung über den Abschluss des Kaufvertrags
- Termin für die Erstellung des Vertragsentwurfs
- Angestrebter Notartermin und Übergabetermin
Durch diese zeitliche Struktur wird die Dynamik im Verkaufsprozess aufrechterhalten und das Risiko von Verzögerungen reduziert.
Vorbehalte und Bedingungen
Der Letter of Intent Immobilienverkauf enthält meist verschiedene Vorbehalte. Typisch sind Bedingungen wie die erfolgreiche Finanzierungsbestätigung des Käufers, ein zufriedenstellendes Ergebnis der Due Diligence oder interne Genehmigungen durch Gremien. Diese Bedingungen verdeutlichen, dass der endgültige Kaufvertrag erst nach deren Eintritt geschlossen werden soll.
Abgrenzung zu ähnlichen Instrumenten
Reservierungsvereinbarung
Im Unterschied zu einer bloßen Reservierungsvereinbarung, die häufig im privaten Wohnungsverkauf vorkommt, geht der Letter of Intent Immobilienverkauf inhaltlich deutlich weiter. Reservierungsvereinbarungen beschränken sich oft auf die Zusage des Verkäufers, das Objekt für einen bestimmten Zeitraum nicht anderweitig zu verkaufen. Der LOI hingegen strukturiert den gesamten Verhandlungsprozess und enthält detaillierte wirtschaftliche und rechtliche Eckpunkte.
Term Sheet
Ein Term Sheet ist dem LOI ähnlich und dient ebenfalls der Zusammenfassung zentraler Konditionen. Während ein Term Sheet häufig in tabellarischer Form und stark verdichtet formuliert ist, legt ein Letter of Intent Immobilienverkauf die Regelungen meist ausführlicher dar und ergänzt sie um verfahrensbezogene Bestimmungen. In der Praxis werden die Begriffe teilweise synonym verwendet, jedoch weist der LOI oft einen stärkeren Fokus auf den Ausdruck des gegenseitigen Verhandlungswillens auf.
Vorvertrag oder Optionsvertrag
Ein Vorvertrag oder Optionsvertrag begründet bereits eine unmittelbare Verpflichtung zum Abschluss eines späteren Kaufvertrags, sofern bestimmte Bedingungen eintreten. Demgegenüber ist der Letter of Intent Immobilienverkauf in aller Regel nicht darauf gerichtet, einen solchen Anspruch bereits zu begründen. Er bleibt primär auf die Vorbereitung und Begleitung der Verhandlungen beschränkt, auch wenn einzelne Klauseln rechtlich bindend sein können.
Praktische Bedeutung im Immobilienmarkt
Einsatzbereiche
Der Letter of Intent Immobilienverkauf spielt eine besondere Rolle bei Transaktionen mit erhöhtem Prüfungsbedarf. Dazu gehören
- Gewerbeimmobilien wie Bürogebäude, Logistikzentren oder Einkaufszentren
- Wohnimmobilienportfolios mit zahlreichen Mietverhältnissen
- Projektentwicklungen in unterschiedlichen Bauphasen
- Sale and Lease Back Strukturen, bei denen der Verkäufer Mieter bleibt
In diesen Fällen schafft der LOI einen klaren Rahmen, innerhalb dessen wirtschaftliche, rechtliche und technische Aspekte sorgfältig geprüft werden können, bevor der endgültige Kaufvertrag geschlossen wird.
Bedeutung für Käufer
Aus Käufersicht bietet der Letter of Intent Immobilienverkauf die Möglichkeit, sich eine bevorzugte Position zu sichern, ohne sofort eine endgültige Bindung einzugehen. Durch Exklusivität und klar definierte Informationsrechte kann der Käufer die Immobilie sorgfältig prüfen und seine Finanzierung strukturieren. Gleichzeitig kann er anhand der im LOI festgehaltenen Eckdaten interne Entscheidungsprozesse vorbereiten und gegenüber seinen Kapitalgebern Transparenz schaffen.
Bedeutung für Verkäufer
Verkäufer nutzen den Letter of Intent Immobilienverkauf, um die Ernsthaftigkeit eines Interessenten zu prüfen und die Transaktion planbar zu gestalten. Ein unterschriebener LOI signalisiert, dass der Kaufinteressent bereit ist, Zeit und Ressourcen in die Prüfung der Immobilie zu investieren. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Abschlusses. Zudem können Verkäufer über den LOI sicherstellen, dass sensible Informationen nur unter Vertraulichkeitsauflagen weitergegeben werden.
Gestaltung und Formulierung
Sprachliche Klarheit
Bei der Erstellung eines Letter of Intent Immobilienverkauf kommt es auf klare und eindeutige Formulierungen an. Besonders wichtig ist die deutliche Unterscheidung zwischen unverbindlichen Absichtserklärungen und rechtlich bindenden Verpflichtungen. Häufig werden unverbindliche Passagen mit Formulierungen wie es ist beabsichtigt oder die Parteien streben an eingeleitet, während für bindende Regelungen Begriffe wie verpflichten sich oder wird vereinbart verwendet werden.
Markierung verbindlicher Klauseln
Um Missverständnisse zu vermeiden, werden in vielen LOI bindende Klauseln besonders hervorgehoben. Dies kann durch eigene Überschriften, durch optische Hervorhebungen oder durch eine abschließende Zusammenfassung der rechtlich verbindlichen Bestimmungen erfolgen. Auf diese Weise wird klar erkennbar, welche Teile des Letter of Intent Immobilienverkauf rechtliche Wirkung entfalten sollen.
Bezug zum späteren Kaufvertrag
Der LOI sollte deutlich machen, dass der endgültige Kaufvertrag den Letter of Intent Immobilienverkauf ersetzen und dessen Inhalte gegebenenfalls modifizieren kann. Üblich ist eine Klausel, nach der nur der notariell beurkundete Kaufvertrag die vollständige und abschließende Regelung der Rechte und Pflichten der Parteien enthält. Damit wird sichergestellt, dass der LOI nicht versehentlich als eigenständiger Kaufvertrag ausgelegt wird.
Risiken und Herausforderungen
Gefahr unbeabsichtigter Bindung
Eine zentrale Herausforderung besteht in der Gefahr, dass ein Letter of Intent Immobilienverkauf entgegen der Absicht der Parteien als rechtlich verbindlicher Vorvertrag interpretiert wird. Dies kann geschehen, wenn die Formulierungen zu konkret sind oder wenn der Eindruck entsteht, dass bereits Einigkeit über alle wesentlichen Vertragspunkte besteht. Um dies zu vermeiden, ist eine sorgfältige sprachliche Gestaltung erforderlich, die den unverbindlichen Charakter des Dokuments deutlich hervorhebt.
Haftungsrisiken bei Verhandlungsabbruch
Auch bei ausdrücklich unverbindlichem Charakter kann der Abbruch von Verhandlungen nach Unterzeichnung eines Letter of Intent Immobilienverkauf Haftungsfragen aufwerfen. Wenn eine Partei ohne sachlichen Grund und entgegen zuvor geweckter Erwartungen plötzlich aussteigt, kann dies als treuwidrig gewertet werden. In einem solchen Fall kommen Ersatzansprüche für frustrierte Aufwendungen oder entgangene Chancen in Betracht. Die genaue Reichweite solcher Ansprüche hängt von der jeweiligen Rechtsordnung und den Umständen des Einzelfalls ab.
Konflikte mit Dritten
In manchen Situationen kann ein LOI Konflikte mit Dritten auslösen, etwa wenn bereits Maklerverträge bestehen oder andere Interessenten im Vorfeld Zusagen erhalten haben. Der Letter of Intent Immobilienverkauf sollte daher mit bestehenden Verpflichtungen abgestimmt werden, um Überschneidungen und widersprüchliche Zusagen zu vermeiden. Andernfalls drohen Schadensersatzforderungen oder rechtliche Auseinandersetzungen.
Besonderheiten bei verschiedenen Immobilientypen
Wohnimmobilien
Im Bereich klassischer Wohnimmobilien für Eigennutzer wird der Letter of Intent Immobilienverkauf seltener eingesetzt als bei gewerblichen Objekten. Wenn er genutzt wird, dient er vor allem dazu, bei höherpreisigen Objekten oder besonderen Lagen die Verhandlungen zu strukturieren und eine Reservierungswirkung mit erweiterten Regelungen zu verbinden. Dabei stehen häufig persönliche Nutzungsaspekte, Finanzierungsfragen und Zeitabläufe im Vordergrund.
Gewerbeimmobilien
Bei Gewerbeimmobilien spielt der LOI eine zentrale Rolle. Hier sind die Strukturen oft komplex, die Mietverhältnisse zahlreich und die technischen Anforderungen hoch. Der Letter of Intent Immobilienverkauf muss in diesen Fällen vielfältige Aspekte berücksichtigen, etwa Mieterausfallrisiken, laufende Instandhaltungsmaßnahmen, bestehende Dienstleistungsverträge oder behördliche Auflagen. Die Due Diligence Phase ist entsprechend umfangreich und wird durch den LOI detailliert vorbereitet.
Projektentwicklungen
Bei Projektentwicklungen, also Immobilien in Planung oder im Bau, erhält der Letter of Intent Immobilienverkauf eine zusätzliche Dimension. Hier müssen nicht nur der aktuelle Zustand, sondern auch künftige Entwicklungsziele berücksichtigt werden. Der LOI kann Regelungen zu Baufortschritten, Abnahmezeitpunkten, Garantien und etwaigen Nachbesserungspflichten enthalten. Zudem spielt die Abstimmung mit Behörden und die Sicherstellung der Finanzierung eine wichtige Rolle.
Internationaler Kontext
Sprachliche und rechtliche Anpassungen
Im internationalen Immobiliengeschäft wird der Letter of Intent Immobilienverkauf häufig in mehrsprachiger Fassung erstellt. Dabei ist darauf zu achten, dass die jeweilige Rechtsordnung unterschiedliche Vorstellungen von vorvertraglichen Dokumenten haben kann. Formulierungen, die in einem Land als unverbindlich gelten, können in einem anderen Land als stärker bindend interpretiert werden. Deshalb ist eine sorgfältige Abstimmung mit den rechtlichen Rahmenbedingungen des Zielmarkts erforderlich.
Kulturelle Erwartungen
Auch kulturelle Unterschiede spielen eine Rolle. In manchen Märkten wird die Unterzeichnung eines LOI bereits als weitreichende moralische Verpflichtung angesehen, während in anderen Märkten ein flexiblerer Umgang üblich ist. Der Letter of Intent Immobilienverkauf sollte diese Erwartungen berücksichtigen, um Missverständnisse und Vertrauensverluste zu vermeiden.
Zusammenfassung und Einordnung
Der Letter of Intent Immobilienverkauf ist ein vielseitiges Instrument, das im modernen Immobilienverkehr eine bedeutende Rolle spielt. Er verbindet die Funktion einer strukturierten Absichtserklärung mit der Möglichkeit, ausgewählte rechtlich bindende Regelungen zu treffen. Durch die Festlegung von wirtschaftlichen Eckdaten, Prüfungsrechten, Vertraulichkeit und Exklusivität schafft der LOI einen verlässlichen Rahmen für die weitere Verhandlungsführung. Zugleich bleibt er in Bezug auf den eigentlichen Kaufvertrag in aller Regel unverbindlich und dient damit als flexibles Werkzeug im Vorfeld der notariellen Beurkundung.
Seine praktische Bedeutung zeigt sich insbesondere bei komplexen oder hochvolumigen Transaktionen, bei denen eine sorgfältige Vorbereitung und Abstimmung unverzichtbar ist. Käufer und Verkäufer profitieren gleichermaßen von der erhöhten Transparenz, der klaren Struktur und der Reduzierung von Missverständnissen. Dennoch birgt der Letter of Intent Immobilienverkauf auch Risiken, insbesondere die Gefahr unbeabsichtigter Bindung und die Möglichkeit von Haftungsfragen bei treuwidrigem Verhandlungsabbruch. Eine präzise Formulierung, die deutliche Trennung von unverbindlichen und verbindlichen Regelungen sowie die Anpassung an den jeweiligen Immobilienmarkt sind daher von zentraler Bedeutung.
Insgesamt lässt sich der Letter of Intent Immobilienverkauf als Ausdruck eines fortgeschrittenen Verhandlungsstadiums verstehen, in dem die Parteien ihren gemeinsamen Gestaltungswillen dokumentieren, ohne bereits den endgültigen Kaufvertrag zu schließen. Er ist damit ein wichtiges Instrument der professionellen Transaktionspraxis, das zwischen erster Interessensbekundung und notarieller Beurkundung eine eigenständige, klar umrissene Funktion erfüllt und den Weg zu einem geordneten, transparenten und rechtlich abgesicherten Immobilienverkauf ebnet.
Häufige Fragen zu „Letter of Intent Immobilienverkauf“
Ein Letter of Intent ist eine schriftliche Absichtserklärung zwischen Käufer und Verkäufer einer Immobilie. Darin halten beide Seiten fest, dass sie ernsthaft über einen Kauf verhandeln wollen und welche Eckpunkte ihnen wichtig sind.
Grundsätzlich ist ein Letter of Intent meist nicht so bindend wie ein notarieller Kaufvertrag. Er kann aber rechtliche Wirkung haben, wenn darin z. B. Vertraulichkeit, Exklusivität oder bestimmte Kostenregelungen ausdrücklich vereinbart werden.
Typische Inhalte sind der geplante Kaufpreis, grobe Zeitpläne, Bedingungen für die Prüfung der Immobilie sowie Regelungen zur Vertraulichkeit. Oft wird auch festgehalten, unter welchen Voraussetzungen die Verhandlungen abgebrochen werden können.
Ein Letter of Intent schafft Klarheit über die wichtigsten Rahmenbedingungen, bevor teure Prüfungen und Verhandlungen starten. Beide Seiten können so prüfen, ob sie grundsätzlich zueinander passen, ohne sofort einen verbindlichen Kaufvertrag abzuschließen.
Für den reinen Letter of Intent ist in der Regel kein Notar erforderlich, er kann zwischen den Parteien direkt vereinbart werden. Der eigentliche Immobilienkaufvertrag muss später jedoch zwingend notariell beurkundet werden, damit er wirksam ist.

