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Kündigungsfrist Vermieter

Erfahren Sie, welche Kündigungsfristen Vermieter einhalten müssen und wie eine rechtssichere Kündigung des Mietvertrags gelingt.

Inhaltsverzeichnis

Die Kündigungsfrist Vermieter ist ein zentraler Rechtsbegriff im deutschen Mietrecht und bezeichnet den Zeitraum, den ein Vermieter zwischen Zugang der Kündigungserklärung beim Mieter und dem tatsächlichen Ende des Mietverhältnisses zwingend einhalten muss. Sie dient dem Ausgleich der Interessen von Vermieter und Mieter, indem sie einerseits Eigentumsrechte schützt und andererseits dem Mieter Planungssicherheit und ausreichende Zeit zur Wohnungssuche gewährt. Die genaue Dauer der Kündigungsfrist Vermieter ist gesetzlich geregelt, kann sich je nach Dauer des Mietverhältnisses verändern und ist nur in engen Grenzen vertraglich abänderbar.

Begriff und rechtliche Einordnung

Unter der Kündigungsfrist Vermieter versteht man die gesetzliche oder vertraglich vereinbarte Zeitspanne, die zwischen der wirksamen Erklärung einer ordentlichen Kündigung durch den Vermieter und dem rechtlichen Ende des Mietverhältnisses liegen muss. Sie ist ein Teil des zwingenden Mieterschutzes und gehört zu den grundlegenden Rahmenbedingungen jedes Wohnraummietvertrags. Die Kündigungsfrist Vermieter knüpft dabei an den Zugang der Kündigung beim Mieter an und nicht an das Datum der Absendung. Maßgeblich ist, wann die Kündigung so in den Machtbereich des Mieters gelangt, dass unter normalen Umständen mit der Kenntnisnahme zu rechnen ist.

Die Kündigungsfrist Vermieter ist in Deutschland vor allem im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt und unterscheidet sich deutlich von der Kündigungsfrist, die für Mieter gilt. Während Mieter in der Regel eine einheitliche Frist haben, verlängert sich die Kündigungsfrist Vermieter stufenweise mit zunehmender Dauer des Mietverhältnisses. Damit wird die besondere Schutzbedürftigkeit langjähriger Mieter anerkannt.

Zweck und Funktion der Kündigungsfrist

Die Kündigungsfrist Vermieter erfüllt mehrere Funktionen, die sowohl rechtlicher als auch sozialer Natur sind. Sie soll ein abruptes Ende eines Mietverhältnisses verhindern und damit die Stabilität der Wohnverhältnisse sichern.

  • Schutz des Mieters: Die Kündigungsfrist Vermieter gewährleistet, dass Mieter nicht plötzlich ohne Unterkunft dastehen. Durch die Frist erhält der Mieter ausreichend Zeit, eine neue Wohnung zu suchen, Umzüge zu organisieren und finanzielle sowie familiäre Aspekte zu planen.
  • Rechtssicherheit: Die klar geregelte Kündigungsfrist Vermieter schafft Vorhersehbarkeit. Beide Parteien wissen, bis zu welchem Zeitpunkt das Mietverhältnis sicher fortbesteht, sofern keine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund erfolgt.
  • Interessenabwägung: Die Kündigungsfrist Vermieter trägt dem Eigentumsrecht des Vermieters Rechnung, indem sie eine Beendigung des Mietverhältnisses grundsätzlich ermöglicht, jedoch nur unter Beachtung von Fristen und Begründungserfordernissen. Gleichzeitig schützt sie das soziale Besitzrecht des Mieters an der Wohnung.

Die besondere Bedeutung der Kündigungsfrist Vermieter zeigt sich daran, dass Verstöße gegen die Frist regelmäßig zur Unwirksamkeit der Kündigung führen und das Mietverhältnis dann fortbesteht. Der Begriff ist daher für Vermieter und Mieter gleichermaßen von erheblicher praktischer Relevanz.

Arten von Kündigungen und Bedeutung der Frist

Ordentliche und außerordentliche Kündigung

Die Kündigungsfrist Vermieter spielt vor allem bei der ordentlichen Kündigung eine Rolle. Bei der ordentlichen Kündigung beendet der Vermieter das Mietverhältnis unter Einhaltung der gesetzlichen oder vertraglichen Fristen und unter Angabe eines berechtigten Interesses. Bei der außerordentlichen fristlosen Kündigung besteht demgegenüber keine reguläre Kündigungsfrist Vermieter, da hier ein schwerwiegender Grund vorliegen muss, der eine Fortsetzung des Mietverhältnisses unzumutbar macht.

Typischerweise ist mit dem Begriff Kündigungsfrist Vermieter die Frist der ordentlichen Kündigung im Wohnraummietrecht gemeint. Sie ist von der Frist im Gewerbemietrecht zu unterscheiden, wo häufig andere Regelungen und stärkere Vertragsfreiheit gelten.

Relevanz für Wohnraummietverhältnisse

Im Wohnraummietrecht ist die Kündigungsfrist Vermieter besonders streng ausgestaltet. Sie ist in vielen Punkten zwingend und kann zu Lasten des Mieters nicht ohne Weiteres verkürzt werden. Selbst wenn im Vertrag eine kürzere Frist vereinbart wurde, bleibt die gesetzliche Kündigungsfrist Vermieter in der Regel maßgeblich, sofern die Vereinbarung den Mieter schlechter stellt als das Gesetz.

Gesetzliche Grundregeln zur Dauer

Staffelung nach Mietdauer

Die Dauer der Kündigungsfrist Vermieter richtet sich im Wohnraummietrecht regelmäßig nach der Dauer des bestehenden Mietverhältnisses. Mit zunehmender Vertragsdauer verlängert sich die Frist stufenweise. Dadurch wird dem Umstand Rechnung getragen, dass langjährige Mieter besonders schutzwürdig sind und häufig stärker in ihr Wohnumfeld eingebunden sind.

Typische Staffelungen sehen eine anfängliche Frist von drei Monaten vor, die sich nach bestimmten Zeiträumen des Bestehens des Mietverhältnisses verlängert. Je länger der Mieter bereits in der Wohnung lebt, desto länger ist die Kündigungsfrist Vermieter, die der Vermieter einhalten muss. Auf diese Weise wird verhindert, dass langjährige Mietverhältnisse ohne angemessene Übergangszeit beendet werden.

Beginn und Ende der Frist

Für die Berechnung der Kündigungsfrist Vermieter ist der Zugang der Kündigung beim Mieter entscheidend. Die Kündigung muss dem Mieter so zugehen, dass er unter gewöhnlichen Umständen von ihr Kenntnis nehmen kann. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Einwurf in den Briefkasten in der Regel als Zugang am selben Tag gilt, wenn dies zu den üblichen Postzustellungszeiten geschieht.

Die Kündigungsfrist Vermieter beginnt mit dem Ende des Monats, in dem die Kündigung zugeht, sofern die Kündigungserklärung rechtzeitig innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Frist des laufenden Monats beim Mieter eintrifft.

Das Mietverhältnis endet dann mit Ablauf desjenigen Monats, in dem die Kündigungsfrist Vermieter vollständig abgelaufen ist. Die Frist wird in vollen Monaten berechnet und nicht in Tagen. Eine korrekte Berechnung ist essenziell, da Fehler zur Unwirksamkeit der Kündigung führen können.

Formelle Anforderungen an die Kündigung

Schriftform und Zugang

Die Einhaltung der Kündigungsfrist Vermieter setzt voraus, dass die Kündigung wirksam erklärt wird. Für Wohnraummietverhältnisse ist grundsätzlich Schriftform erforderlich. Die Kündigung muss eigenhändig unterschrieben und an den Mieter adressiert sein. Eine E Mail oder eine mündliche Erklärung genügt im Regelfall nicht.

Erst mit ordnungsgemäßem Zugang beginnt die Kündigungsfrist Vermieter. Vermieter sind daher gut beraten, den Zugang nachweisen zu können, etwa durch Einwurf Einschreiben oder die Übergabe gegen Empfangsbestätigung. Kann der Vermieter den Zugang nicht nachweisen, wird es schwierig, eine Beendigung des Mietverhältnisses auf eine bestimmte Kündigungsfrist Vermieter zu stützen.

Begründungserfordernis

Bei der ordentlichen Kündigung von Wohnraum muss der Vermieter ein berechtigtes Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses darlegen. Typische Gründe sind Eigenbedarf, erhebliche Vertragsverletzungen oder wirtschaftliche Verwertung. Die Kündigungsfrist Vermieter greift nur, wenn die Kündigung auch inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen genügt. Eine Kündigung ohne hinreichende Begründung ist in der Regel unwirksam, selbst wenn die Frist korrekt berechnet wurde.

Damit zeigt sich, dass die Kündigungsfrist Vermieter nur ein Baustein im komplexen Gefüge des Kündigungsrechts ist. Neben der Frist müssen auch die formellen und materiellen Voraussetzungen erfüllt sein, damit das Mietverhältnis tatsächlich endet.

Besondere Konstellationen

Staffelmietverträge und Zeitmietverträge

Bei Staffelmietverträgen und Zeitmietverträgen können sich Besonderheiten für die Kündigungsfrist Vermieter ergeben. Ist ein Mietvertrag wirksam auf eine bestimmte Zeit befristet, ist eine ordentliche Kündigung während der Laufzeit grundsätzlich ausgeschlossen, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart wurde. In solchen Fällen tritt die Kündigungsfrist Vermieter bei ordentlicher Kündigung erst zum Ende der vereinbarten Laufzeit in Erscheinung.

Bei Staffelmietverträgen, bei denen sich die Miete in festgelegten Zeitabständen erhöht, bleibt die Kündigungsfrist Vermieter regelmäßig anwendbar, sofern der Vertrag nicht zugleich als Zeitmietvertrag ausgestaltet ist. Die Staffelung der Miete ändert an der grundsätzlichen Geltung der gesetzlichen Kündigungsfristen meist nichts.

Kündigung bei Eigentümerwechsel

Wechselt die vermietete Immobilie den Eigentümer, tritt der Erwerber in der Regel in das bestehende Mietverhältnis ein. Die Kündigungsfrist Vermieter bleibt von einem Eigentümerwechsel unberührt. Der neue Eigentümer kann das Mietverhältnis nicht unter Berufung auf den Eigentümerwechsel selbst kündigen, sondern muss die allgemeinen Voraussetzungen einer ordentlichen Kündigung einhalten und die geltende Kündigungsfrist Vermieter beachten.

Der Mieter soll durch den Eigentümerwechsel nicht schlechter gestellt werden. Dies betrifft sowohl die Dauer der Frist als auch die übrigen Schutzvorschriften. Die Kündigungsfrist Vermieter bleibt somit ein stabiler Anker, unabhängig davon, wer gerade Vermieter ist.

Abweichungen durch Vertrag und individuelle Vereinbarungen

Vertragliche Verlängerung

In vielen Mietverträgen finden sich Klauseln, die die Kündigungsfrist Vermieter verlängern. Eine Verlängerung ist grundsätzlich zulässig, sofern sie den Mieter nicht unangemessen benachteiligt. In der Praxis werden häufig symmetrische Regelungen gewählt, bei denen sich sowohl für Mieter als auch für Vermieter die Kündigungsfrist verlängert. Eine solche vertragliche Gestaltung kann für Mieter attraktiv sein, wenn sie langfristige Planungssicherheit wünschen.

Eine vertragliche Verlängerung der Kündigungsfrist Vermieter führt dazu, dass der Vermieter noch länger an das Mietverhältnis gebunden ist, bevor er es ordentlich beenden kann. Dies kann insbesondere bei Investitionsentscheidungen, Sanierungen oder einem geplanten Eigenbedarf eine Rolle spielen.

Vertragliche Verkürzung und ihre Grenzen

Demgegenüber ist eine Verkürzung der Kündigungsfrist Vermieter zu Lasten des Mieters rechtlich stark eingeschränkt. Mieterschützende Vorschriften sind überwiegend zwingend, was bedeutet, dass vertragliche Regelungen, die den Mieter schlechter stellen als das Gesetz, unwirksam sein können. Eine Klausel, die dem Vermieter eine kürzere Kündigungsfrist Vermieter einräumt als gesetzlich vorgesehen, ist in vielen Fällen nicht durchsetzbar.

Individuelle Vereinbarungen im Einzelfall sind zwar denkbar, werden jedoch streng geprüft. Die Kündigungsfrist Vermieter bleibt damit im Kern ein gesetzlich definierter Mindeststandard, der nicht beliebig unterschritten werden kann.

Praktische Bedeutung für Vermieter

Planung von Eigenbedarf

Vermieter, die eine Wohnung künftig selbst nutzen oder Familienangehörigen überlassen möchten, müssen die Kündigungsfrist Vermieter in ihre Planung einbeziehen. Eigenbedarfskündigungen sind nur unter strengen Voraussetzungen zulässig und werden häufig von Gerichten überprüft. Die Frist bestimmt, wann der Vermieter realistisch mit der Räumung der Wohnung rechnen kann.

Wer etwa plant, dass ein naher Angehöriger zu einem bestimmten Zeitpunkt einzieht, muss die Kündigungsfrist Vermieter rückwärts berechnen und die Kündigung rechtzeitig aussprechen. Dabei sind auch mögliche Verzögerungen durch Widersprüche des Mieters oder gerichtliche Auseinandersetzungen zu berücksichtigen.

Sanierung und wirtschaftliche Verwertung

Auch bei umfangreichen Sanierungsmaßnahmen oder einer geplanten wirtschaftlichen Verwertung der Immobilie, die mit einer Beendigung des Mietverhältnisses einhergeht, spielt die Kündigungsfrist Vermieter eine zentrale Rolle. Sie setzt den zeitlichen Rahmen, innerhalb dessen der Vermieter seine Vorhaben realisieren kann.

Da Mieter in bestimmten Fällen der Kündigung widersprechen können, etwa bei besonderer Härte, ist die Kündigungsfrist Vermieter nur ein Teil der Gesamtplanung. Dennoch ist sie für die zeitliche Koordination von Bauvorhaben, Finanzierungen und Neuvermietungen unverzichtbar.

Praktische Bedeutung für Mieter

Wohnungssuche und Umzug

Für Mieter ist die Kenntnis der Kündigungsfrist Vermieter entscheidend, um den eigenen Wohnungswechsel zu organisieren. Sobald eine Kündigung zugeht, beginnt ein Zeitraum, in dem neue Wohnräume gefunden, Verträge geprüft, Umzüge organisiert und finanzielle Mittel geplant werden müssen. Die Frist verschafft dem Mieter einen rechtlich gesicherten Zeitraum, in dem er weiterhin in der Wohnung verbleiben kann.

Die Kündigungsfrist Vermieter gibt dem Mieter außerdem einen Anhaltspunkt, bis wann er gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten muss, etwa wenn er die Kündigung für unwirksam hält oder einen Härtefall geltend machen möchte. Sie ist damit ein wichtiger Orientierungsrahmen im gesamten Konflikt und Lösungsprozess.

Rechtliche Überprüfung der Kündigung

Mieter sollten bei Erhalt einer Kündigung stets prüfen oder prüfen lassen, ob die Kündigungsfrist Vermieter korrekt berechnet wurde. Fehlerhafte Datumsangaben, ein zu früher Beendigungszeitpunkt oder ein unklarer Fristbeginn können die Wirksamkeit der Kündigung beeinträchtigen. In vielen Fällen ist es möglich, dass das Mietverhältnis trotz ausgesprochener Kündigung fortbesteht, wenn die formellen Anforderungen nicht erfüllt sind.

Die Kündigungsfrist Vermieter ist somit nicht nur ein abstrakter Rechtsbegriff, sondern ein handfestes Instrument, mit dem Mieter ihre Rechte einschätzen und gegebenenfalls durchsetzen können.

Berechnung und typische Fehlerquellen

Fristberechnung im Monatsrhythmus

Die Kündigungsfrist Vermieter wird in Monaten bemessen. Entscheidend ist, zu welchem Zeitpunkt innerhalb eines Monats die Kündigung zugeht. Geht die Kündigung noch rechtzeitig innerhalb eines gesetzlich bestimmten Zeitpunkts zu, wird der laufende Monat bei der Fristberechnung mitgezählt, andernfalls beginnt die Frist erst mit dem nächsten Monat.

Vermieter müssen daher sorgfältig planen, wann sie die Kündigung absenden, um die gewünschte Wirkung zum beabsichtigten Beendigungszeitpunkt zu erzielen. Eine ungenaue Berechnung kann dazu führen, dass die Kündigungsfrist Vermieter faktisch um einen Monat länger wird, als ursprünglich geplant war.

Mehrere Mieter und Vermieter

Bestehen auf Mieterseite mehrere Personen, muss die Kündigung allen Mietern zugehen. Die Kündigungsfrist Vermieter beginnt erst zu laufen, wenn sämtliche Mieter die Kündigung erhalten haben. Entsprechendes gilt auf Vermieterseite. Sind mehrere Personen Vermieter, müssen grundsätzlich alle Vermieter die Kündigung erklären oder eine wirksame Vertretung muss vorliegen.

Wird die Kündigung nur an einen von mehreren Mietern zugestellt, kann dies die Fristberechnung beeinflussen und im Ergebnis dazu führen, dass die Kündigungsfrist Vermieter noch nicht wirksam angelaufen ist. Sorgfalt bei der Adressierung und Zustellung ist daher unerlässlich.

Abgrenzung zu anderen Fristen

Kündigungsfrist des Mieters

Die Kündigungsfrist Vermieter ist von der Kündigungsfrist des Mieters zu unterscheiden. Während die Frist für Mieter häufig einheitlich und unabhängig von der Mietdauer ausgestaltet ist, verlängert sich die Kündigungsfrist Vermieter mit der Dauer des Mietverhältnisses. Diese asymmetrische Gestaltung ist Ausdruck des besonderen Mieterschutzes im Wohnraummietrecht.

Mieter können das Mietverhältnis meist mit einer vergleichsweise kurzen Frist beenden, um flexibel auf Lebenssituationen reagieren zu können. Vermieter dagegen sind an die gestaffelte Kündigungsfrist Vermieter gebunden, um die Stabilität der Wohnverhältnisse der Mieter zu sichern.

Verjährungsfristen und andere Rechtsfristen

Die Kündigungsfrist Vermieter ist von Verjährungsfristen und anderen Fristen des Zivilrechts zu trennen. Während Verjährungsfristen den Zeitraum begrenzen, in dem Ansprüche gerichtlich durchgesetzt werden können, regelt die Kündigungsfrist Vermieter ausschließlich den zeitlichen Ablauf der Beendigung eines Mietverhältnisses nach Ausspruch einer Kündigung.

Eine Vermischung dieser Begriffe kann zu Missverständnissen führen. Die Kündigungsfrist Vermieter ist eine spezielle mietrechtliche Frist, die allein für die ordentliche Kündigung von Bedeutung ist und keine Aussage über die Durchsetzbarkeit von Zahlungs oder Schadensersatzansprüchen trifft.

Sozialer Kontext und Bedeutung

Wohnraumschutz und soziale Stabilität

Die Kündigungsfrist Vermieter steht im Kontext eines umfassenden Systems des Wohnraumschutzes. Wohnraum wird nicht nur als Ware, sondern auch als elementare Grundlage der Lebensführung verstanden. Ein Verlust der Wohnung berührt grundlegende Lebensbereiche wie Familie, Arbeit, Bildung und soziale Integration.

Vor diesem Hintergrund ist die Kündigungsfrist Vermieter ein Instrument, das soziale Härten abmildern soll. Sie verhindert, dass Mieter von einem Tag auf den anderen ihre Wohnung verlieren, und trägt dazu bei, Obdachlosigkeit und soziale Destabilisierung zu vermeiden. In Verbindung mit weiteren Schutzmechanismen wie dem Kündigungsschutz bei besonderer Härte bildet sie ein dichtes Netz von Sicherungen.

Spannungsfeld zwischen Eigentum und Mieterschutz

Die Kündigungsfrist Vermieter bewegt sich im Spannungsfeld zwischen dem verfassungsrechtlich geschützten Eigentum des Vermieters und dem sozialen Besitzstand des Mieters. Eigentum verpflichtet und sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen. Die Frist ist ein Ausdruck dieses Ausgleichsgedankens.

Vermieter können ihr Eigentum nutzen, veräußern oder selbst bewohnen, müssen dies aber mit Rücksicht auf die Rechte des Mieters tun. Die Kündigungsfrist Vermieter konkretisiert diese Rücksichtnahme in zeitlicher Hinsicht. Sie macht deutlich, dass die Beendigung eines Mietverhältnisses nicht allein eine private Entscheidung ist, sondern auch soziale Auswirkungen hat, die rechtlich berücksichtigt werden.

Zusammenfassung und Einordnung

Die Kündigungsfrist Vermieter ist ein grundlegender Begriff des deutschen Mietrechts und bezeichnet den Zeitraum, den ein Vermieter zwischen Zugang einer ordentlichen Kündigung und dem Ende des Mietverhältnisses einhalten muss. Sie ist gesetzlich geregelt, orientiert sich im Wohnraummietrecht an der Dauer des Mietverhältnisses und verlängert sich mit zunehmender Vertragsdauer. Die Kündigungsfrist Vermieter beginnt mit dem Zugang der schriftlichen Kündigung beim Mieter, wird in vollen Monaten berechnet und ist für die Wirksamkeit der Kündigung von entscheidender Bedeutung.

Funktional dient die Kündigungsfrist Vermieter dem Ausgleich der Interessen von Vermieter und Mieter. Sie schützt den Mieter vor einem abrupten Verlust der Wohnung, schafft Planungssicherheit und ermöglicht ihm, alternative Wohnmöglichkeiten zu finden. Zugleich wahrt sie das Eigentumsrecht des Vermieters, indem sie eine Beendigung des Mietverhältnisses grundsätzlich zulässt, jedoch nur unter Beachtung strenger formeller und materieller Anforderungen.

In der Praxis wirkt die Kündigungsfrist Vermieter in zahlreiche Konstellationen hinein, etwa bei Eigenbedarf, Sanierungen, Eigentümerwechseln oder vertraglichen Gestaltungen. Fehler bei der Fristberechnung oder beim Zugang der Kündigung führen häufig zur Unwirksamkeit der Kündigung, weshalb eine präzise Handhabung unerlässlich ist. Die Frist ist von der Kündigungsfrist des Mieters und von anderen zivilrechtlichen Fristen zu unterscheiden und bildet einen eigenen, klar umrissenen Bestandteil des Mieterschutzsystems.

In ihrem Kern spiegelt die Kündigungsfrist Vermieter den gesellschaftlichen Stellenwert von Wohnraum wider. Sie zeigt, dass Mietverhältnisse nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Beziehungen begründen, deren Beendigung sorgfältig geregelt sein muss. Durch die Kombination aus zeitlicher Staffelung, Formvorschriften und Begründungspflichten trägt die Kündigungsfrist Vermieter dazu bei, sowohl die berechtigten Interessen der Vermieter als auch die Schutzbedürfnisse der Mieter zu berücksichtigen und damit ein ausgewogenes, verlässliches und sozialverträgliches Mietrecht zu gewährleisten.

Häufige Fragen zu „Kündigungsfrist Vermieter“

Die Kündigungsfrist für Vermieter ist der Zeitraum, den ein Vermieter einhalten muss, bevor ein Mietverhältnis wirksam beendet wird. Sie beginnt in der Regel mit dem Zugang der schriftlichen Kündigung beim Mieter und ist im Bürgerlichen Gesetzbuch genau geregelt.

Die gesetzliche Kündigungsfrist für Vermieter beträgt in der Regel drei Monate und verlängert sich je nach Dauer des Mietverhältnisses auf bis zu neun Monate. Ab fünf und acht Jahren Mietdauer verlängert sich die Frist stufenweise um jeweils drei Monate.

Ja, ein Vermieter darf einem Mieter in der Regel nur mit einem anerkannten Kündigungsgrund kündigen, etwa wegen Eigenbedarf oder wegen erheblicher Vertragsverletzungen. Eine ordentliche Kündigung ohne berechtigtes Interesse ist bei Wohnraum gesetzlich weitgehend ausgeschlossen.

Die Kündigungsfrist beginnt mit dem Zugang der schriftlichen Kündigung beim Mieter und läuft dann bis zum Ende des übernächsten oder eines späteren Monats, je nach Fristlänge. Die Kündigung muss dem Mieter spätestens am dritten Werktag eines Monats zugehen, damit dieser Monat noch mitzählt.

Eine Verkürzung der gesetzlichen Kündigungsfrist zum Nachteil des Mieters ist in Wohnraummietverträgen in der Regel unwirksam. Eine Verlängerung der Frist zu Gunsten des Mieters ist dagegen erlaubt und kommt zum Beispiel in Formularmietverträgen oder bei individuellen Vereinbarungen vor.

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