KfW-Tilgungszuschuss
Inhaltsverzeichnis
Der Begriff KfW-Tilgungszuschuss bezeichnet eine besondere Form der finanziellen Förderung im Rahmen von Krediten der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Es handelt sich dabei nicht um einen eigenständigen Kredit, sondern um einen Zuschuss, der direkt auf die Restschuld eines bestehenden KfW Darlehens angerechnet wird. Der KfW-Tilgungszuschuss reduziert den zurückzuzahlenden Kreditbetrag und damit die langfristige finanzielle Belastung für private Haushalte, Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen. Er ist damit ein zentrales Instrument der deutschen Förderpolitik in Bereichen wie Energieeffizienz, Klimaschutz, Wohnen und Bildung.
Begriff und Grundprinzip
Unter dem KfW-Tilgungszuschuss versteht man einen nicht rückzahlbaren Förderanteil, der an die Aufnahme eines förderfähigen KfW Kredits gekoppelt ist. Der Zuschuss wird in der Regel nachweisabhängig gewährt, etwa nach Abschluss einer Baumaßnahme oder nach Erfüllung bestimmter Effizienzstandards. Der KfW-Tilgungszuschuss mindert die Darlehenssumme, ohne dass zusätzliche Sicherheiten gestellt werden müssen. In der Praxis bedeutet dies, dass der Kreditnehmer zwar zunächst den vollen Kreditbetrag erhält, später jedoch einen Teil davon durch den Zuschuss erlassen bekommt. Der KfW-Tilgungszuschuss ist daher zugleich Anreiz und Belohnung für förderpolitisch gewünschte Investitionen.
Abgrenzung zu anderen Förderformen
Der KfW-Tilgungszuschuss ist von anderen Förderinstrumenten wie direkten Investitionszuschüssen, zinsverbilligten Darlehen oder Steuervergünstigungen zu unterscheiden. Während ein Investitionszuschuss oft vor oder während der Durchführung eines Projektes ausbezahlt wird, erfolgt der KfW-Tilgungszuschuss typischerweise als nachträgliche Gutschrift auf das laufende KfW Darlehenskonto. Dadurch bleibt die Liquidität während der Investitionsphase gesichert, und die Entlastung setzt in der Tilgungsphase ein. Anders als Steuervergünstigungen ist der KfW-Tilgungszuschuss nicht von der individuellen Steuerlast abhängig, sondern orientiert sich an Förderkriterien wie Art, Umfang und Qualität der Maßnahme.
Ziele und förderpolitische Funktion
Der KfW-Tilgungszuschuss dient mehreren übergeordneten Zielen. Im Mittelpunkt stehen die Förderung von Energieeffizienz, die Reduktion von CO₂ Emissionen, die Stärkung des Wohnungsmarktes und die Unterstützung von Bildung sowie unternehmerischen Investitionen. Durch die Kombination eines zinsgünstigen Darlehens mit einem Tilgungszuschuss soll die Hemmschwelle für Investitionen gesenkt werden. Investitionen, die ohne Förderung wirtschaftlich schwer darstellbar wären, werden durch den KfW-Tilgungszuschuss attraktiv und kalkulierbar. Gleichzeitig ermöglicht dieses Instrument eine gezielte Lenkung von Kapital in politisch gewünschte Zukunftsbereiche.
Anreizwirkung
Die Anreizwirkung des KfW-Tilgungszuschuss beruht auf der direkten Verringerung der Rückzahlungsverpflichtung. Kreditnehmer erkennen bereits in der Planungsphase, dass ein bestimmter Prozentsatz der Kreditsumme nicht zurückgezahlt werden muss, sofern die Förderbedingungen erfüllt sind. Dies beeinflusst Investitionsentscheidungen zugunsten höherer Effizienzstandards oder umfassenderer Modernisierungen. Der KfW-Tilgungszuschuss wird dabei oft gestaffelt gewährt, sodass ambitioniertere Projekte mit höheren Zuschüssen belohnt werden. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Anreiz, nicht nur Mindestanforderungen zu erfüllen, sondern über diese hinauszugehen.
Rechtliche und institutionelle Einordnung
Die KfW ist eine öffentlich rechtliche Förderbank, deren Programme auf gesetzlichen Grundlagen und politischen Vorgaben beruhen. Der KfW-Tilgungszuschuss ist in die jeweiligen Förderprogramme eingebettet und wird durch Programmbedingungen, Merkblätter und Richtlinien konkretisiert. Die Vergabe erfolgt in der Regel über Hausbanken, die als durchleitende Institute fungieren. Rechtlich betrachtet ist der KfW-Tilgungszuschuss ein zweckgebundener, nicht rückzahlbarer Zuschuss, dessen Gewährung an strenge Nachweis und Dokumentationspflichten gekoppelt ist. Die KfW behält sich Prüfungen vor und kann bei Verstößen gegen Auflagen die Rückforderung des Zuschusses vorsehen.
Rolle der Hausbank
Der KfW-Tilgungszuschuss wird üblicherweise nicht direkt bei der KfW, sondern über eine Hausbank beantragt. Diese prüft die Bonität des Antragstellers, begleitet den Kreditantrag und leitet die Unterlagen an die KfW weiter. Die Hausbank ist Vertragspartner des Kreditnehmers, während die KfW im Hintergrund als Refinanzierungs und Fördergeberin agiert. Nach Bewilligung des Kredits und des damit verbundenen KfW-Tilgungszuschuss erfolgt die technische Abwicklung über das Kreditkonto bei der Hausbank. Der Zuschuss wird von der KfW an die Hausbank ausgezahlt und dort zur Reduzierung der Restschuld verwendet.
Struktur und Funktionsweise
Prozentuale Höhe und Bemessungsgrundlage
Der KfW-Tilgungszuschuss wird in der Regel als prozentualer Anteil der förderfähigen Investitionskosten oder der Kreditsumme definiert. Typische Zuschusshöhen können je nach Programm, Effizienzstandard und Art der Maßnahme variieren. In Programmen zur energetischen Gebäudesanierung oder zum Neubau besonders effizienter Gebäude können die Tilgungszuschüsse einen erheblichen Anteil der Kreditsumme ausmachen. Die genaue Höhe des KfW-Tilgungszuschuss hängt von Faktoren wie Effizienzklasse, Art der Nutzung, Umfang der Maßnahmen und Einhaltung technischer Mindestanforderungen ab.
Auszahlungszeitpunkt
Der KfW-Tilgungszuschuss wird in der Regel nicht sofort bei Kreditabruf gewährt, sondern nach Abschluss des Vorhabens und nach Vorlage der erforderlichen Nachweise. Hierzu zählen beispielsweise Bestätigungen von Sachverständigen, Energieausweisen oder Abrechnungen der durchgeführten Maßnahmen. Erst wenn die KfW diese Nachweise geprüft und anerkannt hat, erfolgt die Gutschrift des KfW-Tilgungszuschuss auf das Kreditkonto. Dieser Mechanismus soll sicherstellen, dass die Fördermittel zweckentsprechend verwendet werden und die geförderten Projekte die vorgegebenen Qualitätsstandards erfüllen.
Wirkung auf Laufzeit und Rate
Die Gutschrift des KfW-Tilgungszuschuss wirkt sich unmittelbar auf die Restschuld des Kredits aus. Dadurch verringern sich entweder die verbleibende Laufzeit oder die monatliche Rate, je nach vertraglicher Ausgestaltung und Vereinbarung mit der Hausbank. In vielen Fällen bleibt die Laufzeit unverändert, sodass die monatliche Belastung sinkt. Alternativ kann der Kredit schneller zurückgeführt werden, was die Zinsbelastung zusätzlich reduziert. Der KfW-Tilgungszuschuss ist somit ein Instrument zur langfristigen Haushalts und Unternehmensentlastung.
Förderbereiche und typische Anwendungsfelder
Gebäudesanierung und Neubau
Eines der bekanntesten Einsatzfelder des KfW-Tilgungszuschuss ist die energetische Sanierung von Wohngebäuden sowie der Neubau energieeffizienter Gebäude. Förderprogramme sehen Tilgungszuschüsse für Maßnahmen wie Wärmedämmung, Fenstertausch, moderne Heizungsanlagen oder den Bau von Effizienzhäusern vor. Je besser der energetische Standard nach Abschluss der Maßnahme, desto höher kann der KfW-Tilgungszuschuss ausfallen. Dies unterstützt die nationale Energie und Klimapolitik, reduziert Heizkosten und steigert den Wohnkomfort.
Erneuerbare Energien und Heiztechnik
Der KfW-Tilgungszuschuss kommt auch bei Investitionen in erneuerbare Energien zum Einsatz, etwa bei Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen oder Biomasseheizungen, soweit diese in entsprechende KfW Programme eingebunden sind. Ziel ist die Umstellung auf klimafreundliche Technologien und die Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Durch den KfW-Tilgungszuschuss werden die höheren Anfangsinvestitionen in moderne Technik wirtschaftlich abgefedert, sodass sich die Projekte schneller amortisieren können.
Unternehmensinvestitionen
In bestimmten Programmen werden auch Unternehmen über einen KfW-Tilgungszuschuss gefördert. Dies betrifft Investitionen in Energieeffizienz, Prozessoptimierung, Digitalisierung oder Umweltmaßnahmen. Kleine und mittlere Unternehmen profitieren besonders, da sie häufig begrenzte Eigenmittel haben und gleichzeitig Modernisierungen vornehmen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der KfW-Tilgungszuschuss senkt die effektiven Finanzierungskosten und verbessert die Investitionsrechnung.
Bildung und persönliche Entwicklung
In einzelnen Bildungs und Studienkreditprogrammen kann ein KfW-Tilgungszuschuss oder eine vergleichbare Erleichterung zum Tragen kommen, etwa in Form von Teilerlassen unter bestimmten Voraussetzungen. Ziel ist es, Bildungswege zu fördern und finanzielle Hürden zu reduzieren. Obwohl der Begriff KfW-Tilgungszuschuss im engeren Sinne überwiegend im Zusammenhang mit Sachinvestitionen und Energieeffizienzprogrammen verwendet wird, zeigt dieses Beispiel, dass die Grundidee eines teilweisen Schuldenerlasses auch in anderen Förderkontexten Anwendung findet.
Antragsverfahren und Voraussetzungen
Voraussetzungen auf Seiten des Antragstellers
Um einen KfW-Tilgungszuschuss erhalten zu können, müssen Antragsteller bestimmte personelle und finanzielle Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählen eine ausreichende Bonität, die Fähigkeit zur Bedienung des verbleibenden Kreditanteils sowie die Einhaltung der programmspezifischen Zielgruppenregelungen. Diese können sich auf Privatpersonen, Unternehmen, Kommunen oder andere Institutionen beziehen. Der KfW-Tilgungszuschuss ist in der Regel an die Durchführung eines klar definierten Vorhabens gebunden, das vor Beginn der Maßnahme beantragt werden muss.
Technische und inhaltliche Anforderungen
Die Gewährung des KfW-Tilgungszuschuss setzt meist die Einhaltung technischer Mindeststandards voraus. Im Bereich der Gebäudeförderung sind dies beispielsweise bestimmte U Werte für Bauteile, Effizienzanforderungen an Heiztechnik oder die Erreichung definierter Effizienzhausstandards. Häufig ist die Einbindung eines qualifizierten Sachverständigen vorgeschrieben, der die Planung und Umsetzung begleitet und die Einhaltung der Förderkriterien bestätigt. Der KfW-Tilgungszuschuss wird nur dann gewährt, wenn die Maßnahme nachweislich den Anforderungen genügt.
Verfahrensschritte
- Beratung und Planung: Vor der Antragstellung empfiehlt sich eine Beratung durch Energieberater, Fachplaner oder Fördermittelberater, um die Voraussetzungen für den KfW-Tilgungszuschuss zu klären.
- Antrag über die Hausbank: Der Kreditantrag mit integriertem Tilgungszuschusswunsch wird bei einer Bank oder Sparkasse eingereicht, die ihn an die KfW weiterleitet.
- Bewilligung: Nach Prüfung durch KfW und Hausbank erfolgt die Zusage für Kredit und KfW-Tilgungszuschuss, vorbehaltlich der ordnungsgemäßen Durchführung der Maßnahme.
- Durchführung und Nachweis: Nach Abschluss des Vorhabens werden Rechnungen, Bestätigungen und ggf. Energieausweise eingereicht.
- Gutschrift: Nach Prüfung der Unterlagen wird der KfW-Tilgungszuschuss auf das Kreditkonto gutgeschrieben und reduziert die Restschuld.
Finanzielle Wirkung und Kalkulation
Effektive Finanzierungskosten
Der KfW-Tilgungszuschuss beeinflusst maßgeblich die effektiven Finanzierungskosten eines Projekts. Neben dem Nominalzins und der Laufzeit ist der Tilgungszuschuss ein zentraler Faktor bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung. Durch den Erlass eines Teils der Kreditsumme sinken die Gesamtkosten der Finanzierung. Für eine seriöse Kalkulation empfiehlt sich die Betrachtung der sogenannten Effektivkosten, bei der der KfW-Tilgungszuschuss als negative Tilgungsleistung berücksichtigt wird. Dadurch lassen sich verschiedene Finanzierungsalternativen besser vergleichen.
Liquidität und Planungssicherheit
Der KfW-Tilgungszuschuss verbessert die Liquiditätssituation, da die laufenden Raten bei gleichbleibender Laufzeit niedriger ausfallen können. Dies verschafft Haushalten und Unternehmen zusätzliche Spielräume für andere Ausgaben oder Investitionen. Gleichzeitig erhöht der Zuschuss die Planungssicherheit, weil der Umfang der Entlastung bereits bei Kreditaufnahme bekannt ist, sofern die Förderbedingungen eingehalten werden. Der KfW-Tilgungszuschuss ist damit ein wichtiger Baustein für eine langfristig tragfähige Finanzierungsstruktur.
Risiken und Rückforderungsmöglichkeiten
Obwohl der KfW-Tilgungszuschuss grundsätzlich nicht zurückgezahlt werden muss, können bei Verstößen gegen Förderbedingungen Rückforderungen drohen. Dies ist etwa der Fall, wenn Maßnahmen nicht wie geplant umgesetzt werden, wenn Nachweise fehlen oder wenn unrichtige Angaben gemacht wurden. In solchen Fällen kann die KfW den Zuschuss ganz oder teilweise zurückverlangen, was die Kalkulation des Vorhabens nachträglich belastet. Sorgfältige Dokumentation und die Einhaltung aller Auflagen sind daher zentrale Voraussetzungen, um den KfW-Tilgungszuschuss dauerhaft zu sichern.
Beratungs und Informationsaspekte
Bedeutung fachlicher Beratung
Angesichts der komplexen Förderlandschaft und der vielfältigen Programme ist eine qualifizierte Beratung für Antragsteller von großer Bedeutung. Fachleute unterstützen bei der Auswahl des passenden Programms, bei der technischen Planung und bei der korrekten Antragstellung. Sie erläutern, unter welchen Bedingungen ein KfW-Tilgungszuschuss gewährt wird und wie hoch dieser voraussichtlich ausfällt. Eine sorgfältige Vorbereitung reduziert das Risiko von Fehlern und Ablehnungen und trägt dazu bei, dass der KfW-Tilgungszuschuss optimal in die Gesamtfinanzierung integriert wird.
Transparenz und Informationsquellen
Die KfW stellt umfangreiche Informationen zu ihren Programmen bereit, darunter Merkblätter, Produktinformationen und technische Mindestanforderungen. Diese Unterlagen erläutern die Rahmenbedingungen des KfW-Tilgungszuschuss und geben Hinweise zu Antragswegen, Fristen und Nachweisen. Darüber hinaus informieren Banken, Energieagenturen und Verbraucherzentralen über Fördermöglichkeiten. Eine gründliche Lektüre der Programmbedingungen ist unerlässlich, um die Chancen und Grenzen des KfW-Tilgungszuschuss realistisch einschätzen zu können.
Ökonomische und gesellschaftliche Bedeutung
Beitrag zur Energiewende
Der KfW-Tilgungszuschuss leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende. Durch die gezielte Förderung energieeffizienter Gebäude und Anlagen werden Energieverbrauch und Emissionen reduziert. Dies unterstützt nationale und internationale Klimaschutzziele und verringert langfristig die Energiekosten für Verbraucher und Unternehmen. Der KfW-Tilgungszuschuss trägt dazu bei, dass energetische Sanierungen und Neubauten nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll sind.
Stärkung des Wohnungsmarktes
Im Wohnungssektor hilft der KfW-Tilgungszuschuss, Modernisierungen und Neubauten zu realisieren, die ohne Förderung möglicherweise nicht zustande kämen. Dies wirkt sich positiv auf die Qualität des Wohnraums, den Komfort und die Werthaltigkeit von Immobilien aus. Eigentümer können durch den KfW-Tilgungszuschuss Investitionen tätigen, die den langfristigen Wert ihrer Objekte steigern und gleichzeitig die Betriebskosten senken. Mieter profitieren mittelbar von modernisierten Wohnungen und einem verbesserten Wohnumfeld.
Impulse für Handwerk und Industrie
Der KfW-Tilgungszuschuss erzeugt Nachfrage nach Bauleistungen, technischen Anlagen und Planungsleistungen. Handwerksbetriebe, Planungsbüros und Hersteller profitieren von zusätzlichen Aufträgen und können ihre Kapazitäten besser auslasten. Dies hat positive Effekte auf Beschäftigung, Innovation und regionale Wertschöpfung. Der KfW-Tilgungszuschuss ist damit nicht nur ein Instrument individueller Förderung, sondern auch ein konjunktur und strukturpolitisches Steuerungsinstrument.
Typische Missverständnisse und Klarstellungen
Kein direkter Auszahlungsbetrag an den Kreditnehmer
Ein verbreitetes Missverständnis besteht darin, den KfW-Tilgungszuschuss mit einer frei verfügbaren Geldzahlung zu verwechseln. Tatsächlich wird der Zuschuss nicht auf das Girokonto des Kreditnehmers überwiesen, sondern unmittelbar zur Reduzierung der Kreditschuld verwendet. Der finanzielle Vorteil zeigt sich daher in geringeren Rückzahlungsbeträgen, nicht in einer zusätzlichen Liquidität, die beliebig genutzt werden kann. Der KfW-Tilgungszuschuss ist strikt an das geförderte Vorhaben gebunden.
Abhängigkeit von Programmänderungen
Ein weiterer Punkt betrifft die zeitliche und inhaltliche Befristung von Programmen. Der KfW-Tilgungszuschuss kann in seiner Höhe, seinen Voraussetzungen oder seiner Verfügbarkeit Änderungen unterliegen, wenn politische Rahmenbedingungen angepasst werden. Interessenten sollten daher beachten, dass Informationen zu früheren Programmgenerationen nicht zwangsläufig auf aktuelle Angebote übertragbar sind. Der KfW-Tilgungszuschuss ist stets im Kontext der jeweils gültigen Programmbedingungen zu betrachten.
Praktische Hinweise für die Nutzung
Sorgfältige Projektplanung
Wer einen KfW-Tilgungszuschuss in Anspruch nehmen möchte, sollte sein Projekt von Beginn an sorgfältig planen. Dazu gehört die genaue Definition der Ziele, die Auswahl qualifizierter Fachbetriebe und Berater sowie die frühzeitige Klärung der Förderfähigkeit. Eine strukturierte Vorgehensweise erleichtert die Einhaltung der technischen Anforderungen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der KfW-Tilgungszuschuss in voller Höhe gewährt wird. Eine spontane oder unkoordinierte Umsetzung kann dagegen zu Verzögerungen, Mehrkosten oder Förderverlusten führen.
Dokumentation und Nachweise
Für die Gewährung des KfW-Tilgungszuschuss ist eine lückenlose Dokumentation entscheidend. Rechnungen, Verträge, technische Datenblätter und Bestätigungen von Sachverständigen sollten vollständig und nachvollziehbar aufbewahrt werden. Diese Unterlagen bilden die Grundlage für die Prüfung durch die KfW und die Hausbank. Eine sorgfältige Ablage erleichtert zudem spätere Nachweise, etwa bei Eigentümerwechseln oder steuerlichen Fragestellungen. Der KfW-Tilgungszuschuss ist nur dann rechtssicher, wenn alle formalen Anforderungen erfüllt sind.
Integration in die Gesamtfinanzierung
Der KfW-Tilgungszuschuss sollte immer im Rahmen einer umfassenden Finanzierungsstrategie betrachtet werden. Neben dem KfW Kredit können Eigenmittel, weitere Förderprogramme oder ergänzende Bankdarlehen eine Rolle spielen. Eine ausgewogene Kombination verschiedener Bausteine sorgt für Stabilität und Flexibilität. Der KfW-Tilgungszuschuss stellt dabei einen besonders attraktiven Bestandteil dar, da er die Rückzahlungsverpflichtung reduziert, ohne zusätzliche Zinsen oder Sicherheiten zu erfordern.
Zusammenfassende Einordnung
Der KfW-Tilgungszuschuss ist ein zentrales Instrument der deutschen Förderpolitik, das Kreditnehmern einen teilweisen Erlass ihrer Darlehensschuld ermöglicht. Er wird als prozentualer Zuschuss auf die Restschuld eines KfW Kredits gewährt, nachdem ein förderfähiges Vorhaben ordnungsgemäß umgesetzt und nachgewiesen wurde. Der KfW-Tilgungszuschuss unterscheidet sich von direkten Investitionszuschüssen und steuerlichen Vergünstigungen durch seine enge Verbindung mit einem KfW Darlehen und seine Wirkung auf die Tilgungsphase. Er verfolgt das Ziel, Investitionen in Energieeffizienz, Klimaschutz, Wohnungsbau, Unternehmensmodernisierung und Bildung wirtschaftlich attraktiver zu machen und damit gesellschaftlich erwünschte Entwicklungen zu fördern. Durch die Reduzierung der Restschuld verbessert der KfW-Tilgungszuschuss die finanzielle Tragfähigkeit von Projekten, erhöht die Planungssicherheit und setzt Anreize für ambitionierte Qualitätsstandards. Für eine erfolgreiche Nutzung sind eine sorgfältige Planung, die Einhaltung technischer und formaler Anforderungen sowie eine qualifizierte Beratung unerlässlich. Insgesamt stellt der KfW-Tilgungszuschuss ein wirkungsvolles und differenziert ausgestaltetes Förderinstrument dar, das sowohl individuelle als auch gesamtwirtschaftliche Vorteile miteinander verbindet und damit einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung von Gebäudebestand, Infrastruktur und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit leistet.
Häufige Fragen zu „KfW-Tilgungszuschuss“
Ein KfW-Tilgungszuschuss ist ein Geldbetrag, den die KfW-Bank Ihnen erlässt, wenn Sie einen geförderten Kredit aufnehmen. Er verringert den zurückzuzahlenden Kreditbetrag, sodass Sie insgesamt weniger Schulden haben. Der Zuschuss wird nicht ausgezahlt, sondern direkt von der Restschuld abgezogen.
Einen KfW-Tilgungszuschuss können in der Regel Privatpersonen, Unternehmen oder Kommunen erhalten, die bestimmte Förderprogramme der KfW nutzen. Häufig geht es um energieeffizientes Bauen oder Sanieren sowie Maßnahmen zum Klimaschutz. Ob Sie einen Zuschuss bekommen, hängt von Programm, Fördervoraussetzungen und Art Ihres Vorhabens ab.
Der Tilgungszuschuss reduziert den offenen Kreditbetrag, den Sie an die KfW zurückzahlen müssen. Dadurch sinken Ihre monatlichen Raten oder die Laufzeit des Kredits verkürzt sich. In der Praxis zahlen Sie also weniger zurück als Sie ursprünglich aufgenommen haben.
Den KfW-Tilgungszuschuss müssen Sie in der Regel nicht zurückzahlen, solange Sie die Förderbedingungen einhalten. Er gilt als echter Zuschuss und bleibt Ihnen dauerhaft erhalten. Ob er steuerlich eine Rolle spielt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, daher sollten Sie im Zweifel einen Steuerberater fragen.
Den Tilgungszuschuss beantragen Sie nicht direkt bei der KfW, sondern über Ihre Hausbank oder einen anderen Finanzierungspartner. Dort stellen Sie den Antrag für das passende KfW-Programm, und der Tilgungszuschuss wird automatisch mitbeantragt. Nach Prüfung und Zusage wird der Zuschuss später von der Restschuld Ihres Kredits abgezogen.

