Finanzierungsbestätigung
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Eine Finanzierungsbestätigung ist ein zentrales Dokument im modernen Kredit und Immobilienwesen. Sie dient als schriftlicher Nachweis dafür, dass eine Bank oder ein anderes Kreditinstitut bereit ist, einem bestimmten Antragsteller unter definierten Bedingungen einen Kredit zu gewähren. Die Finanzierungsbestätigung schafft Klarheit über die finanzielle Leistungsfähigkeit des Käufers und stellt eine verlässliche Grundlage für Vertragsverhandlungen dar. In vielen Märkten ist die Finanzierungsbestätigung zu einem unverzichtbaren Instrument geworden, um Kaufinteressenten voneinander zu unterscheiden und Transaktionen rechtssicher zu gestalten.
Begriff und grundlegende Funktion
Unter dem Begriff Finanzierungsbestätigung versteht man eine formale Erklärung eines Kreditgebers, dass die Finanzierung eines konkreten Vorhabens grundsätzlich gesichert ist. Meist steht die Finanzierungsbestätigung im Zusammenhang mit dem Erwerb einer Immobilie, sie kann jedoch auch bei anderen größeren Investitionen wie Unternehmensübernahmen, gewerblichen Projekten oder umfangreichen Modernisierungen eine Rolle spielen. Charakteristisch ist, dass die Finanzierungsbestätigung nicht nur eine allgemeine Zahlungsfähigkeit bescheinigt, sondern sich auf ein bestimmtes Objekt oder ein klar umrissenes Projekt bezieht.
Die Finanzierungsbestätigung erfüllt mehrere Funktionen. Sie signalisiert dem Verkäufer oder Projektträger, dass der Interessent seine finanziellen Möglichkeiten sorgfältig geprüft hat und dass ein seriöser Kreditgeber die Tragfähigkeit des Vorhabens bestätigt. Gleichzeitig schafft die Finanzierungsbestätigung für den Käufer Planungssicherheit, weil sie ihm eine konkrete Orientierung über den maximalen Finanzierungsrahmen, die voraussichtlichen Konditionen und die zeitliche Verfügbarkeit der Mittel gibt.
Abgrenzung zu ähnlichen Dokumenten
Im Finanzalltag existieren verschiedene Dokumente, die auf den ersten Blick mit einer Finanzierungsbestätigung verwechselt werden können. Dazu zählen insbesondere allgemeine Bonitätsauskünfte, unverbindliche Konditionsangebote und vorläufige Kreditvoranfragen. Die Finanzierungsbestätigung unterscheidet sich von diesen Unterlagen dadurch, dass sie sich auf ein spezifisches Vorhaben bezieht, eine konkrete Kreditsumme benennt und in der Regel eine verbindlichere Aussage des Kreditgebers enthält, auch wenn sie häufig noch unter bestimmten Vorbehalten steht.
Eine reine Bonitätsauskunft beschreibt lediglich die persönliche oder unternehmerische Kreditwürdigkeit, ohne einen Bezug zu einem bestimmten Kaufgegenstand herzustellen. Ein unverbindliches Zinsangebot informiert über mögliche Konditionen, ohne dass damit eine Zusage verbunden wäre. Die Finanzierungsbestätigung hingegen verbindet die Prüfung der Bonität mit der Bewertung des Vorhabens und führt so zu einer qualifizierten und projektbezogenen Aussage über die Finanzierbarkeit.
Rechtliche Einordnung und Verbindlichkeit
Die rechtliche Einordnung einer Finanzierungsbestätigung hängt von der konkreten Formulierung und den Umständen des Einzelfalls ab. Grundsätzlich handelt es sich um eine vorvertragliche Erklärung des Kreditgebers, die in der Praxis oft als verbindliche Zusage verstanden wird, tatsächlich aber regelmäßig unter Bedingungen steht.
Charakter als vorvertragliche Erklärung
Eine Finanzierungsbestätigung wird in der Regel als sogenannte Absichtserklärung oder als indikativer Vorvertrag aufgefasst. Der Kreditgeber erklärt darin, dass er nach aktueller Prüfung bereit ist, den Kredit zu den angegebenen Eckdaten zu gewähren, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Diese Voraussetzungen können die Vorlage weiterer Unterlagen, die abschließende Bewertung des Kaufobjekts oder das Ausbleiben wesentlicher negativer Veränderungen in der finanziellen Situation des Antragstellers sein.
Die Finanzierungsbestätigung ist üblicherweise keine endgültige Kreditbewilligung, sondern ein bindungsähnliches Versprechen unter Vorbehalt, das jedoch erhebliches Vertrauen im Rechtsverkehr genießt.
Typische Vorbehalte und Einschränkungen
Damit die Finanzierungsbestätigung rechtlich handhabbar bleibt, formulieren Banken und Kreditgeber sie häufig mit klaren Vorbehalten. Zu den verbreiteten Einschränkungen zählen etwa
- der Vorbehalt einer positiv ausfallenden Objektbewertung
- der Vorbehalt der endgültigen Kreditentscheidung durch ein zuständiges Gremium
- der Vorbehalt, dass keine wesentlichen negativen Veränderungen in der Einkommens oder Vermögenslage des Antragstellers eintreten
- der Vorbehalt der vollständigen und wahrheitsgemäßen Offenlegung aller relevanten Informationen
Diese Vorbehalte schützen den Kreditgeber vor unvorhersehbaren Entwicklungen und stellen sicher, dass die Finanzierungsbestätigung nicht mit einem rechtsverbindlichen Kreditvertrag verwechselt wird. Für den Empfänger bedeutet dies, dass die Finanzierungsbestätigung zwar ein sehr starkes Signal darstellt, jedoch erst mit Unterzeichnung des endgültigen Kreditvertrags eine vollständige rechtliche Bindung entsteht.
Anwendungsbereiche der Finanzierungsbestätigung
Die Finanzierungsbestätigung kommt in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz. Am bekanntesten ist ihre Verwendung im Immobiliensektor, doch auch bei anderen Formen größerer Investitionen spielt sie eine Rolle.
Immobilienkauf im privaten Bereich
Im privaten Immobilienerwerb ist die Finanzierungsbestätigung heute nahezu unverzichtbar. Verkäufer und Makler verlangen sie häufig bereits vor der Vereinbarung eines Notartermins. Sie dient als Nachweis, dass der Kaufinteressent den Kaufpreis einschließlich Nebenkosten finanzieren kann. In angespannten Immobilienmärkten wird die Finanzierungsbestätigung sogar zur Voraussetzung, um überhaupt als ernsthafter Interessent wahrgenommen zu werden.
Wer eine Immobilie erwerben möchte, beantragt deshalb meist frühzeitig eine Finanzierungsbestätigung bei seiner Hausbank oder einem anderen Kreditinstitut. Diese wird dem Verkäufer vorgelegt und stärkt die Verhandlungsposition des Käufers, weil sie signalisiert, dass die Finanzierung bereits strukturiert und weitgehend gesichert ist.
Gewerbliche Immobilien und Projektentwicklungen
Auch im gewerblichen Bereich spielt die Finanzierungsbestätigung eine wichtige Rolle. Projektentwickler, Bauträger und Unternehmen nutzen sie, um ihre finanzielle Leistungsfähigkeit gegenüber Geschäftspartnern, Investoren und Behörden zu dokumentieren. Besonders bei größeren Projekten, bei denen mehrere Parteien beteiligt sind, schafft die Finanzierungsbestätigung Transparenz über die Finanzierungsstruktur und die Tragfähigkeit des Konzepts.
In Ausschreibungsverfahren oder Bieterverfahren wird eine Finanzierungsbestätigung oft als formale Teilnahmevoraussetzung verlangt. Sie dient hier dazu, Bieter ohne ausreichende finanzielle Basis frühzeitig auszusondern und das Risiko geplatzter Transaktionen zu reduzieren.
Unternehmensfinanzierungen und Beteiligungsgeschäfte
Im Kontext von Unternehmensübernahmen, Management Buyouts und Beteiligungsgeschäften dient die Finanzierungsbestätigung als Nachweis, dass der Käufer oder Investor die erforderlichen Mittel für den Erwerb bereitstellen kann. Gerade bei komplexen Transaktionen, in denen mehrere Finanzierungsbausteine kombiniert werden, schafft eine detaillierte Finanzierungsbestätigung Klarheit über die Rolle der beteiligten Kreditgeber und die Struktur der geplanten Finanzierung.
Inhalt und Aufbau einer Finanzierungsbestätigung
Obwohl es keine gesetzlich vorgeschriebene Standardform gibt, weist eine professionelle Finanzierungsbestätigung bestimmte typische Bestandteile auf. Diese Elemente sollen sowohl dem Empfänger als auch dem ausstellenden Kreditgeber Sicherheit und Nachvollziehbarkeit bieten.
Typische Bestandteile
- Absender und Datum Das ausstellende Kreditinstitut oder der Finanzdienstleister wird eindeutig benannt, einschließlich Kontaktdaten und gegebenenfalls der verantwortlichen Ansprechperson.
- Adressat Die Finanzierungsbestätigung richtet sich entweder direkt an den Antragsteller oder an eine dritte Partei, etwa an einen Verkäufer, Notar oder Makler.
- Bezug auf das Vorhaben Das zu finanzierende Projekt wird klar beschrieben, meist unter Angabe der Objektadresse, der Art der Immobilie oder des Investitionszwecks.
- Höhe der zugesagten Finanzierung Die Finanzierungsbestätigung nennt die maximale Kreditsumme oder den zugesagten Finanzierungsrahmen. Häufig werden auch Eigenmittel des Käufers erwähnt.
- Grundzüge der Konditionen Zinsbindung, Laufzeit, Tilgungsmodalitäten und etwaige Sicherheiten werden in ihren Grundzügen umrissen, ohne dass bereits alle Details des Kreditvertrags festgelegt sein müssen.
- Vorbehalte und Bedingungen Etwaige aufschiebende Bedingungen, Prüfvorbehalte oder noch ausstehende Unterlagen werden ausdrücklich aufgeführt.
- Gültigkeitsdauer Die Finanzierungsbestätigung ist regelmäßig zeitlich befristet, um die Bindung des Kreditgebers zu begrenzen und die Aktualität der Informationen sicherzustellen.
Formale Anforderungen
Die Finanzierungsbestätigung sollte in einer klaren, verständlichen Sprache verfasst sein und keine widersprüchlichen Aussagen enthalten. Sie wird üblicherweise auf offiziellem Briefpapier oder in einem eindeutig zuordenbaren digitalen Format ausgestellt. Eine eigenhändige Unterschrift oder eine qualifizierte elektronische Signatur erhöht die Verlässlichkeit und Beweiskraft des Dokuments.
In der Praxis legen viele Empfänger besonderen Wert auf die Seriosität des ausstellenden Instituts. Eine Finanzierungsbestätigung einer etablierten Bank oder eines regulierten Finanzdienstleisters genießt regelmäßig höheres Vertrauen als eine Bestätigung eines wenig bekannten Anbieters. Daher achten Käufer und Verkäufer gleichermaßen darauf, dass die Finanzierungsbestätigung nicht nur formal korrekt, sondern auch institutionell glaubwürdig ist.
Prozess der Erstellung
Die Ausstellung einer Finanzierungsbestätigung setzt eine sorgfältige Prüfung voraus. Der Prozess beginnt in der Regel mit einer umfassenden Analyse der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Antragstellers sowie der Eigenschaften des zu finanzierenden Objekts.
Prüfung der persönlichen Bonität
Vor Ausstellung einer Finanzierungsbestätigung bewertet der Kreditgeber die Bonität des Antragstellers. Dazu gehören
- die Analyse des laufenden Einkommens und der beruflichen Situation
- die Erfassung bestehender Verbindlichkeiten
- die Prüfung von Schufa oder vergleichbaren Auskünften
- die Bewertung des vorhandenen Eigenkapitals und weiterer Sicherheiten
Auf dieser Grundlage ermittelt der Kreditgeber die maximale tragbare monatliche Belastung und leitet daraus den möglichen Finanzierungsrahmen ab. Die Finanzierungsbestätigung reflektiert dieses Ergebnis, indem sie eine Kreditsumme nennt, die unter Berücksichtigung realistischer Annahmen als tragfähig gilt.
Bewertung des Objekts oder Projekts
Neben der persönlichen Bonität spielt das zu finanzierende Objekt eine zentrale Rolle. Bei Immobilien erfolgt eine Bewertung anhand von Lage, Zustand, Marktwert und Verwertbarkeit. Bei unternehmerischen Projekten werden Geschäftsmodell, Ertragskraft, Marktumfeld und Sicherheiten analysiert. Die Finanzierungsbestätigung kann daher bereits Hinweise auf die geplante Art der Besicherung enthalten, etwa durch Grundschulden, Sicherungsübereignungen oder Bürgschaften.
Erst wenn sowohl die persönliche Bonität als auch das Objekt in einer Gesamtbetrachtung positiv eingeschätzt werden, wird eine Finanzierungsbestätigung erstellt. Dieser Prozess kann je nach Komplexität einige Tage bis mehrere Wochen dauern.
Bedeutung für die Vertragsparteien
Die Finanzierungsbestätigung hat für alle an einer Transaktion beteiligten Parteien eine besondere Bedeutung. Sie beeinflusst die Verhandlungsdynamik, das Risikoempfinden und die Zeitplanung.
Sicht des Käufers oder Antragstellers
Für den Käufer ist die Finanzierungsbestätigung ein zentrales Instrument zur Planung und Absicherung seines Vorhabens. Sie gibt ihm eine klare Orientierung über den verfügbaren finanziellen Rahmen und erleichtert die Entscheidung zwischen verschiedenen Objekten oder Investitionen. Zudem stärkt die Finanzierungsbestätigung seine Position in Verhandlungen, weil er gegenüber dem Verkäufer dokumentieren kann, dass die Finanzierung weitgehend gesichert ist.
Darüber hinaus hilft die Finanzierungsbestätigung dem Käufer, seine eigene finanzielle Tragfähigkeit realistisch einzuschätzen. Anhand der genannten Eckdaten kann er beurteilen, welche monatliche Belastung auf ihn zukommt und ob zusätzliche Reserven berücksichtigt werden müssen. Die Finanzierungsbestätigung wirkt damit auch als Instrument der finanziellen Selbstdisziplin und beugt übermäßiger Verschuldung vor.
Sicht des Verkäufers oder Projektträgers
Aus Sicht des Verkäufers reduziert die Finanzierungsbestätigung das Risiko eines Scheiterns der Transaktion aus finanziellen Gründen. Sie ermöglicht es, zwischen ernsthaften Interessenten und unverbindlichen Anfragen zu unterscheiden. Insbesondere in Märkten mit hoher Nachfrage wird die Finanzierungsbestätigung zu einem entscheidenden Auswahlkriterium, wenn mehrere Kaufangebote vorliegen.
Die Finanzierungsbestätigung erleichtert außerdem die zeitliche Planung. Verkäufer können sich darauf einstellen, dass nach Vorlage einer belastbaren Finanzierungsbestätigung die Abwicklung des Geschäfts innerhalb eines überschaubaren Zeitraums erfolgen kann. Dies erhöht die Kalkulierbarkeit von Liquiditätszuflüssen und Folgedispositionen.
Sicht des Kreditgebers
Für den Kreditgeber ist die Finanzierungsbestätigung ein Instrument, um seine Bereitschaft zur Kreditvergabe zu signalisieren, ohne bereits alle rechtlichen Bindungen eines Kreditvertrags einzugehen. Sie ermöglicht ihm, frühzeitig in die Strukturierung einer Transaktion eingebunden zu werden und die Konditionen wettbewerbsfähig zu positionieren. Gleichzeitig wahrt der Kreditgeber durch klare Vorbehalte seine Flexibilität, falls sich die Rahmenbedingungen ändern oder neue Informationen bekannt werden.
Risiken und Missverständnisse
Obwohl die Finanzierungsbestätigung zu mehr Transparenz und Sicherheit beiträgt, kann sie auch zu Missverständnissen führen, wenn ihre Reichweite falsch eingeschätzt wird.
Überschätzung der Verbindlichkeit
Ein verbreitetes Missverständnis besteht darin, die Finanzierungsbestätigung mit einer endgültigen Kreditbewilligung gleichzusetzen. Wer davon ausgeht, dass die Ausstellung einer Finanzierungsbestätigung automatisch zur Auszahlung des Kredits führt, ignoriert die in der Regel enthaltenen Vorbehalte. Ändern sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Antragstellers erheblich oder ergeben sich neue Erkenntnisse über das Objekt, kann der Kreditgeber die Finanzierungsbestätigung widerrufen oder anpassen.
Um Enttäuschungen und rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden, sollten Empfänger die Formulierungen der Finanzierungsbestätigung sorgfältig lesen. Begriffe wie vorbehaltlich, voraussichtlich oder unter dem Vorbehalt der endgültigen Prüfung weisen darauf hin, dass noch keine endgültige Bindung besteht.
Unklare oder unvollständige Angaben
Ein weiteres Risiko entsteht, wenn die Finanzierungsbestätigung unklare oder unvollständige Informationen enthält. Fehlen beispielsweise Angaben zur Gültigkeitsdauer oder zu wesentlichen Vorbehalten, kann dies später zu unterschiedlichen Interpretationen führen. Verkäufer könnten von einer höheren Verbindlichkeit ausgehen als der Kreditgeber beabsichtigt, während der Käufer sich auf eine Sicherheit verlässt, die in dieser Form nicht existiert.
Aus diesem Grund ist es ratsam, bei Unklarheiten frühzeitig Rückfragen zu stellen. Eine präzise formulierte Finanzierungsbestätigung, die alle wesentlichen Punkte benennt, minimiert das Risiko von Missverständnissen und stärkt das Vertrauen aller Beteiligten.
Praktische Hinweise im Umgang mit der Finanzierungsbestätigung
Für Privatpersonen und Unternehmen, die eine Finanzierungsbestätigung benötigen oder erhalten, ergeben sich einige praktische Empfehlungen. Diese betreffen sowohl die Vorbereitung als auch den Umgang mit dem Dokument im weiteren Verlauf der Transaktion.
Vorbereitung durch den Antragsteller
Wer eine Finanzierungsbestätigung anstrebt, sollte alle relevanten Unterlagen vollständig und geordnet bereitstellen. Dazu gehören Einkommensnachweise, Steuerbescheide, Nachweise über Eigenkapital, bestehende Kreditverträge und Informationen zum zu finanzierenden Objekt. Eine sorgfältige Vorbereitung beschleunigt den Prüfprozess und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Finanzierungsbestätigung zügig und mit klaren Konditionen ausgestellt wird.
Zudem empfiehlt es sich, bereits vor der Beantragung zu überlegen, welcher Finanzierungsrahmen langfristig tragbar ist. Die Finanzierungsbestätigung sollte nicht nur den maximal möglichen Kredit widerspiegeln, sondern auch die individuellen Lebensumstände und Sicherheitsbedürfnisse berücksichtigen. Eine zu knapp kalkulierte Finanzierung kann später zu finanziellen Belastungen führen, die vermeidbar gewesen wären.
Verwendung gegenüber Dritten
Gegenüber Verkäufern, Maklern und anderen Beteiligten dient die Finanzierungsbestätigung als vertrauensbildendes Dokument. Sie sollte jedoch stets in der aktuellen und vollständigen Fassung vorgelegt werden. Veränderungen in der finanziellen Situation oder im Projektumfang können dazu führen, dass eine ursprünglich ausgestellte Finanzierungsbestätigung nur noch eingeschränkt gültig ist. In solchen Fällen ist es sinnvoll, mit dem Kreditgeber eine aktualisierte Fassung zu vereinbaren.
Bei vertraulichen Informationen kann es angebracht sein, eine Variante der Finanzierungsbestätigung zu verwenden, die nur die für den Empfänger relevanten Eckdaten enthält. So lässt sich die notwendige Transparenz herstellen, ohne mehr preiszugeben als erforderlich.
Rolle im digitalen Finanzierungsprozess
Mit der zunehmenden Digitalisierung des Finanzsektors hat sich auch die Form der Finanzierungsbestätigung gewandelt. Während früher überwiegend Papierdokumente per Post oder persönlich übergeben wurden, werden heute vielfach digitale Finanzierungsbestätigungen erstellt und über sichere Kommunikationskanäle übermittelt.
Elektronische Ausstellung und Signatur
Viele Kreditinstitute bieten die Möglichkeit, eine Finanzierungsbestätigung elektronisch zu signieren und im PDF Format bereitzustellen. Dies beschleunigt den Prozess erheblich und erleichtert die Weitergabe an Makler, Verkäufer oder Notare. Eine qualifizierte elektronische Signatur kann dabei die Beweiskraft des Dokuments erhöhen und dessen Authentizität sicherstellen.
Die elektronische Finanzierungsbestätigung fügt sich nahtlos in digitale Antragsstrecken ein, in denen Unterlagen hochgeladen, Daten automatisiert geprüft und Entscheidungen teilautomatisiert vorbereitet werden. Dennoch bleibt die individuelle Prüfung durch Fachpersonal ein wichtiger Bestandteil, insbesondere bei komplexeren Vorhaben.
Integration in Plattformen und Marktplätze
Auf digitalen Immobilien und Finanzierungsplattformen gewinnt die Finanzierungsbestätigung zunehmend an Bedeutung. Interessenten können dort häufig angeben, ob sie bereits eine Finanzierungsbestätigung vorliegen haben, und diese gegebenenfalls hochladen. Plattformbetreiber nutzen diese Information, um die Qualität von Anfragen zu bewerten und gezielt passende Angebote zu vermitteln.
In Zukunft ist zu erwarten, dass standardisierte Schnittstellen zwischen Banken, Maklern und Plattformen entstehen, über die Finanzierungsbestätigungen automatisiert verifiziert werden können. Dies würde die Effizienz im Markt weiter erhöhen und die Transparenz für alle Beteiligten verbessern.
Zusammenfassende Einordnung
Die Finanzierungsbestätigung hat sich zu einem festen Bestandteil des modernen Finanz und Immobilienwesens entwickelt. Sie verbindet die Interessen von Käufern, Verkäufern und Kreditgebern, indem sie eine geprüfte und nachvollziehbare Aussage zur Finanzierbarkeit eines Vorhabens liefert. Gleichzeitig bleibt sie ein Dokument mit vorvertraglichem Charakter, dessen Verbindlichkeit durch klare Vorbehalte und Bedingungen begrenzt wird.
Für Käufer bedeutet die Finanzierungsbestätigung eine wertvolle Orientierungshilfe und ein wichtiges Instrument zur Stärkung ihrer Verhandlungsposition. Verkäufer und Projektträger erhalten durch sie eine verlässliche Grundlage, um die Seriosität und Zahlungsfähigkeit von Interessenten einzuschätzen. Kreditgeber schließlich nutzen die Finanzierungsbestätigung, um ihr Engagement frühzeitig zu signalisieren und gleichzeitig die notwendige Flexibilität bis zum Abschluss des Kreditvertrags zu wahren.
Wer mit einer Finanzierungsbestätigung arbeitet, sollte sich der Chancen und Grenzen dieses Instruments bewusst sein. Eine sorgfältige Vorbereitung, klare Kommunikation und das genaue Verständnis der enthaltenen Formulierungen tragen dazu bei, Missverständnisse zu vermeiden und Transaktionen effizient zu gestalten. In einer zunehmend komplexen und digitalisierten Finanzwelt bleibt die Finanzierungsbestätigung damit ein zentrales, praxisnahes und zugleich anpassungsfähiges Werkzeug, das wirtschaftliche Entscheidungen absichert und das Vertrauen zwischen allen Beteiligten stärkt.
Häufige Fragen zu „Finanzierungsbestätigung“
Eine Finanzierungsbestätigung ist ein schriftlicher Nachweis Ihrer Bank oder eines Kreditgebers, dass die Finanzierung für einen geplanten Kauf grundsätzlich zugesagt ist. Sie zeigt dem Verkäufer, dass Sie sich die Immobilie oder Anschaffung voraussichtlich leisten können und der Kreditgeber Ihre Bonität bereits geprüft hat.
Beim Immobilienkauf dient die Finanzierungsbestätigung als Sicherheit für den Verkäufer, dass Sie den Kaufpreis bezahlen können. Oft wird sie verlangt, bevor ein Notartermin vereinbart oder ein Kaufangebot ernsthaft geprüft wird, damit der Verkäufer kein unnötiges Risiko eingeht.
Sie wenden sich an Ihre Bank oder einen anderen Kreditgeber und reichen Unterlagen wie Gehaltsnachweise, Kontoauszüge und Informationen zum Objekt ein. Nach Prüfung Ihrer finanziellen Situation stellt die Bank eine schriftliche Bestätigung aus, in der meist ein maximaler Finanzierungsrahmen genannt wird.
Viele Banken stellen eine einfache Finanzierungsbestätigung kostenlos aus, manche Institute verlangen jedoch eine Gebühr, insbesondere bei aufwendiger Prüfung. Die Bestätigung ist in der Regel keine endgültige Kreditzusage, sie zeigt aber, dass eine Finanzierung mit hoher Wahrscheinlichkeit zustande kommt, sofern sich Ihre Daten nicht wesentlich ändern.
Die Gültigkeitsdauer hängt von der Bank ab, oft beträgt sie zwischen vier und zwölf Wochen. Danach kann eine erneute Prüfung nötig sein, weil sich Ihre Einkommenssituation, Zinssätze oder der Immobilienwert geändert haben könnten.

